Breuner (Apfelblütenstecher, Anthonomus pomorum), ein kleiner Rüsselkäfer mit braunen Flügeldecken, die mit einer von der Mitte des Außenrandes schräg nach der Naht laufenden grauen Binde bezeichnet sind. Zeitig im Frühjahre verläßt er das Versteck, in dem er überwintert 415 um sich zu begatten, worauf das Weibchen Apfel- und Birnbäume besteigt, mit dem Rüssel je ein Loch oder zwei in die Blütenknospen bohrt, ein Ei dazu legt und es tief in das Loch hineinschiebt. Nach etwa acht Tagen schlüpft die Larve (Kaiwurm) aus und verzehrt nach und nach die Befruchtungswerkzeuge. W dieser Zerstörung vertrocknen die in der Entfaltung zurückgehaltenen Blütenblätter und werden braun, als wären sie verbrannt, woher der Name B. Dem ähnlich ist die Lebensweise des Birnblütenstechers (Anthonomus piri); derselbe unterscheidet sich von seinem Verwandten, von andern Merkmalen abgesehen, durch eine gerade Binde hinter der Mitte der Flügeldecken. Er geht vorzugsweise die Birnbäume an. Der Schade, den diese Tiere in den Obstgärten anrichten, ist oft sehr erheblich. Man hat deshalb alle Ursache, ihrem Treiben energisch entgegenzutreten. Dies geschieht, indem man sie im zeitigen Frühjahre in den ersten Morgenstunden und zu wiederholten malen auf untergebreitete Laken abklopft und vernichtet. Wer des noch schädlichern Frostspanners wegen Klebgürtel um die Stämme der Obstbäume zu legen gewohnt ist, fängt diese Käfer oft zu Hunderten. Brenner (Richard), verdienstvoller Afrikareisender, geb. 20. Juni 1833 zu Merseburg in der preuß. Provinz Sachsen, widmete sich nach Beendigung seiner Gymnasialstudien dem Forstfache auf einigen Oberförstereien des Harzes und war später in mehrern Zuckersiedereien der Provinz Sachsens und Braunschweigs thätig. Als Baron von der Decken 1864 eine zweite große Expedition nach Ostafrika ausrüstete, bot B. diesem seine Dienste an und kam als Jäger und Privatsekretär Ende 1864 mit der Expedition nach Zanzibar. Von dort aus nahm er von Febr. bis Juli 1865 an der Erforschung der ostafrik. Küstenflüsse Osi, Tula und Schamba teil, sowie im August und September desselben Jahres an der Fahrt auf dem Juba. Der Dampfer Welf, welcher die Expedition den Fluß hinauftrug, erreichte 19. Sept. die Stadt Berdera, fuhr aber 26. oberhalb derselben auf dem Grunde fest und wurde 1. Okt. von den Eingeborenen überfallen, sodaß die Expedition nach Verlust mehrerer Mitglieder zu Boote den Juba hinabflüchten mußte, während von der Decken und der Arzt Dr. Link, die einige Tage vorher nach Berdera zurückgegangen waren, daselbst 3. Okt. ermordet wurden. Mit Rndu Not erreichten B. und seine Gefährten die Mündung des Juba und von dort aus Zanzibar. Nach Deutschland zurückgekehrt, übernahm er mit Kinzelbach den Auftrag der von der Deckenschen Familie, an der ostafrik. Küste sichere Nachrichten über das Schicksal des Barons zu sammeln. Infolge dessen hielt er sich von Nov. 1866 bis Jan. 1867 in Brawa auf, besuchte den Wobbi⸗ und Durnfordfluß und gelangte längs der Gallaküste 26. Febr. nach Dunte nag Am 12. März trat er von hier eine neue Reise nach der Gallaküste an, befuhr wiederum den Dana und Osi und bereiste das südl. Gallaland, von dem er die erste Karte und Beschreibung geliefert hat. (Vgl. Petermanns K«Mitteilungen »5, 1868.) Anfang Febr. 1868 kehrte er nach Zanzibar zurück und reiste sodann über Makdischu, in dessen Nähe Kinzelbach im Januar desselben Jahres gestorben war, und üuber Aden nach Europa. Im Jan. 1870 unternahm er aber als Führer einer Handelsexpedition mehrerer schweizer und österr. Häuser eine neue Reise nach Aden, dem Persischen Meerbusen und der ostafrik. Küste. Er bereiste Oman, die Somali⸗ und Gallaküste und erforschte den Kinganifluß gegenüber gerehrt. Mitte 1871 krank nach Merseburg zurückgekehrt, ging er 1872 als österr. Konsul nach Aden und von dort nach Zanzibar, wo er 22. März 1874 starb.