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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Breton de los Herreros (Don Manuel), span. Dichter, geb. 19. Dez. 1800 zu Quel in der Provinz Logrono, erhielt seine Schulbildung in Madrid und diente 1814—22 als Freiwilliger im Heere. Hierauf wurde er Beamter im Finanzdepartement, dann Sekretär bei der Intendanz von Stets und bald nachher bei der von Valencia. tets der Sache der Freiheit ergeben, mußte er sich nach der Restauration der absoluten Gewalt zurückziehen. Erst 1834 stellte man ihn wieder in Madrid an, und später ernannte man ihn zum Bibliothekar der Nationalbibliothek. Letztere Stelle verlor er jedoch 1848 wieder, weil ein von ihm im Auftrage der Junta zu Ehren Esparteros gefertigtes Gelegenheitsgedicht keinen Beifall gefunden hatte. Seit 1837 war B. Mitglied der königl. span. Akademie. B. starb zu Madrid 13. Nov. 1873. Schon in seinem 17. Jahre schrieb B. das Lustspiel & la vejen viruelas v. Seitdem lieferte er der span. Bühne über 150 Stücke, teils Originale, teils Überarbeitungen älterer vaterländischer, teils übersetzungen aus dem Italienischen und Französischen. n seinen spätern Dramen hat er sich mehr als rüher vom franz.klassischen Einflusse frei zu alten ten und mit Glück den großen Mustern der a ten span. Nationalbühne anzuschließen gewußt. Die hervorragendsten unter seinen Dramen sind: Marcelav, A Madrid me vuelvob, Todo es farsa en hat er Poesias sueltaso (Madr. 1831 und Par. 1840) herausgegeben, sowie eine Reihe satirischer Gedichte; so Contra el furor filarmónicov (Madr. 1828), 4Contra los hombres en defensa de las mugeres„ (Madr. 1829), El carnavalo (Madr. 1833), Contra la mania contagiosa de escribir para el publicov (Madr. 1833), La hipocresia⸗ (Madr. 1834), 4Contra los abusos y despropösitos introducidos en el arte de la declamacion teatrab (Madr. 1834), Recuerdos de un baile de mäscaras (Madr. 1834), Epistola moral sobre las costumbres del siglod (Madr. 1841) und La desverguenzas (Madr. 1858). Alle seine Gedichte zeichnen sich durch eine anmutige und dabei kräftige Diktion und eine harmonische, fließende und selbst in den künstlichern Kombinationen wanglose Versifikation aus. Das Komische und atirische ist sein eigentliches Element, worin er sich leicht, originell und mit nationaler Selbständigkeit bewegt. Eine Sammlung seiner poetischen Werke (5 Bde., Madr. 1850—52) besorgte er selbst. Eine Auswahl daraus erschien als &Obras escogidasv ( Bde., Par. 1853). Bretonische (Breizounec) des nordwestl. Frankreich gehört zur kelt. Sprachfamilie und bildet mit dem Cornischen einen Zweig des kymrischen Astes derselben. Die keltisch redenden Bretons (Breieiz stammen von ein⸗ oder zurückgewanderten kymrischen Britonen (Wallisern), die sich seit 383 n. Chr. massenweise in Armorika (f. d. und B retagne) niederließen und sich zu Herren dieses Gebietes des gall. Landes machten. Wie aus Eigennamen und andern geringen Sprachresten hervorgeht, war das Bretonische ursprünglich, wenn nicht identisch, so doch sehr nahe verwandt mit dem Kymris chen (Cymraeg). Später nahm es jedoch roman. Elemente auf, und nach der Einverleibung der Bretagne in Frankreich (1499) wurde es aus der obern Bretagne ganz verdrängt. In der niedern Bretagne erhielt sich jedoch das kelt. diom bis auf die Gegenwart in mehrern Mundarten, wie denen von Vannes, Cornouaille, Tréguier, Leon und St. Brieuc. Von der Sprache, die sich in dem ältesten Denkmale (6. Jahrh.) zeigt, unterscheidet sich die heutige Sprache nur wenig. Die Nominalflexion war schon damals auf eine Singular⸗ und Pluralform reduziert, das Adiektiv war geschlechtslos, das Passiv fehlte, der Wortschatz kelt. Ursprungs genügt wie damals nur für die Denksphäre des olks, der Gebildete ist genötigt, franz. Ausdrücke aufzunehmen. Die bretonisch sprechenden Bretagner, Hevonde 1200 000 an Zahl, heißen, zum Unterschiede von den französisch redenden der ohern Bretagne, Bretons Breto nnants und bewohnen nur die Depart. Morbihan, Finistère und Cötes-du-Nord. Von einer bretonischen Litteratur in den ältesten Zeiten hat man nur geringe Nachrichten. Auson nennt einen breton. Hymnendichter Phoebitius (4. Ja rh.). Die breton. Bardenlitteratur (5. bis 12. Jahrh.) ist als identisch mit der kymrischen zu betrachten. Die auf uns gekommenen Werke der kymrischen Barden gehören den Bretonen diesseit und jenseit des Kanals gemeinsam an, mehrere davon sind nachweisbar in Armorika entstanden. Zu den ältesten in der Bre- und eingewanderten Barden zählen Taliesin, Sulio und Hyvarnion. Ihre Poesien waren myt olog., histor., religiösen und erotischen Inhalts. Als seit dem 12. Wosen die Normands, Anglonormannen und Franzosen ihre Herrschaft über die Bretagne immer mehr ausbreiteten und durch Verbindungen mit den hervorragendsten Geschlechtern befestigten, fanden die Barden allerdings nur noch an den kleinen Höfen breton., besonders niederbretagn. Stammhäupter Unterstützung oder wurden zu eigentlichen Volkssäangern. Doch zeigen sich die Spuren von dem Fortleben einer breton. Litteratur teils in ihrem Einfluß auf die anglonormannische und französische die Artussagen u. s. w.), teils in einigen aus jener Zeit erhaltenen breton. Werken, wie z. B. dem Mysterium von der heiligen Nonne» aus dem 13. und 14. Jahrh., und dem von Jesuso Leidensgeschichte und Auferstehung (um 1365) u. s. w. Während nach der völligen Vereinigung der Bretagne mit Frankreich (im 16. Jahrh.) die Französierung der höhern Schichten raschere Fortschritte machte, hielt das eigentliche Volk mit großer Zähigkeit an der heimischen Sprache und Poesie, die alten volksmäßig gewordenen Lieder und Sagen fortsingend, umdichtend und durch in gleichem Geiste neuedichtete vermehrend. Eine i Sammlung olcher Volkslieder veröffentlichte Hersart de la Villemarqué (Barzaz-Breizv, 2 Bde., Par. 1839; neue Aufl. 1846; deutsch von Hartmann und Pfau, Köln 1859); viele von den neuern Liedern darin stammen aus dem Kreise der Kloere (clerici, Schüler), besonders die Liebeslieder; die Sagen fanden durch Souvestre in dessen Foyer Bretono (Par. 1844) eine ansprechende Bearbeitung. Eine bedeutende Anzahl (mehr als 150) Dramen oder Mysterien wurden im 16. Jahrh. in breton. Sprache gedichtet, aufgeführt und gedruckt. Es fanden sich auch einzelne Geistliche, welche fr das Volk in dessen Sprache religiöse Gedichte und Erbauungsbücher verfaßten. Am be feiertsten in dieser Beziehung war Michel Le Nobletz de Kerodern (1577—1651), dessen Predigten und geistliche Lieder vom Volke mit Ent usiasmus aufgenommen wurden. Unter seinen Nachfolgern erzielte der Pater e Maunoir (1606 —83) fast ebenso große Erfolge, indem derselbe nicht bloß eine große populäre Wirksamkeit entfaltete, sondern auch den Impuls zu einer wissenschaftlichen Kultur des Bretonischen gab. Während sich in der Zeit nach ihm Marzin, Delrio und Lannion als geistliche Dichter hervorthaten, machten sich Gregoire von Rostrennen, Le Pelletier, vor allen aber Le Gonidec (gest. 1838) um die lexikalische und grammatische Bearbeitung der Sprache verdient. Letzterer verfaßte die beste Grammatik (Par. 1807; 3. Aufl. von La Villemarqué, 1850) und die vorzüglichsten Wörterbücher (breton.⸗franz., Angouléme 18²¹ 3. Aufl. von La Villemarqué, Par. 1850; franz.⸗ breton., von La Villemarque, Par. 1847) der Sprache. Auch lieferte derselbe eine Reihe von lÜbersetzungen, wie namentlich des Alten und Neuen Testaments (1827). Überhaupt hat er das Bretonische erst eigentlich zur S riftsprache erhoben. Seitdem wurden nicht nur die ältern litterarischen Denkmäler gesammelt und herausgegeben, sondern gründet, und eine Reihe Dichter und Schriftsteller traten mit 1. Beireur Arbeiten auf. Zu letztern ählen Ricou, Brizeur, Gossbrand, Laouenou, der Abbé Clech u. s. w. Für das Bekanntwerden der breton. Litteraturdenkmäler haben in neuerer Zeit besonders La Villemarqué und Souvestre gewirkt. Rrtheler en (Heinr. Gottfr. von), satirischer Schriftsteller, geb. 6. März 1739 zu Gera, kam von dem herrnhutischen Institut zu Ebersdorf auf das Gymnasium zu Gera, wurde, 17 J. alt, Kornett unter den sächs. Dragonern und 1759 Offizier, trat 1761 als Rittmeister in ein preuß. Freikorps, geriet aber in franz. Gefangenschaft und blieb bis 1763 in einer Festung in Frankreich. Nachdem er dann eine Zeit lang Landeshauptmann und Major in Nassau-Usingen gewesen war, unternahm er 1772 und 1773 Reisen nach Frankreich, Holland und England. Die von ihm 1801 7.½%½ umter dem Tiel ner Reiseabenteuer gab Göckingk unter dem Titel Reise nach London und Paris, nebst Auszügen aus B.s Briefen (Berl. 1817) heraus. Nachdem B. einige Zeit unter dem Minister von Hohenfeld in Koblenz gearbeitet, wurde er österr. Vizelandeshauptmann zu Werschez im Banat, 1778 Bibliothekar an der Universität zu Ofen, wo er von den Anhängern der 9 Josept verfolgt wurde. Hierdurch lernte ihn jedo Viado II. kennen, der ihm eine Anstellung bei der Studienkommission zudachte. Da indes sein Umgang mit Nicolai, bei dessen Besuch 0 Wien 1781, sowie der nicht ungegründete Veracht, daß er die meisten Materialien zu dessen Reiseny 7. ihn den Wienern verhaßt gemacht, so erhielt er 1784 eine Anstellung an der neuerrichteten Universität zu Lemberg mit dem Charakter eines Gubernialrats. Kränkelnd und von Jesuitenschikanen verfolgt, wurde B. 1809 mit Hofratscharakter in den udarht versetzt, begab sich wieder nach Wien und starb 1. Nov. 1810 auf dem Gute seines Rientzel ve des Grafen Wrtby zu Krzimiz bei Pilsen. * veröffentlichte die handschriftlichen Aufsätze und den Anfang einer Selbstbiographie B.s, ebenso die Mitteilungen des Sohnes desselben, des österr. Generals von B., in den „Vermischten Nachrichten und Bemerkungen⸗ Uuerbultm 1816) und den «Histor. und litterarischen Unterhaltungeno(Cob. 1818). Von Bis frühern Schriften sind hervorzuheben: das komische Epos „Graf Esau» (1768), «Papillotenv (Frankf. 1769), «Familiengeschichte des Junkers Ferdinand von Thono (2 Bde., Nürnb. 1775—76) und «Fabeln, Romanzen und Sinngedichte v 19 0 1781). Das bedeutendste Verdienst aber erwarb er sich durch seine satirischen Schriften. So durch den vom Kaiser Joseph veranlaßten Almanach der Heiligen auf 17885 und durch „Wallers Leben und Sitten (Köln (d. i. Berl.] 1793), worin er das Treiben der damaligen wiener Welt, die Intriguen der Reichshofräte und ihrer Agenten u. s. w. mit

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 525Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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