FeedBretschneider (Karl Gottlieb)
ReligionBrockhaus 1882

Bretschneider (Karl Gottlieb), Theolog, einer der bedeutendsten Vertreter des crationalen Supranaturalismusv, geb. 11. Febr. 1776 zu Gersdorf im Sächsischen Erzgebirge, studierte seit 1794 zu Leipzig Theologie, habilitierte sich 1804 an der Universität Wittenberg, ward 1807 in Wnah in Schneeberg, 1808 Superintendent in Annaberg, 1816 Generalsuperintendent zu Gotha, wo er 22. Jan. 1848 starb. Seine s chenten e Thätigkeit erstreckt sich auf die verschiedensten theol. Wissenschaften; dogmatischen Inhalts sind das Handbuch der Dogmatik der evang.⸗Iuth. Kircher (2 Bde., Lpz. 1814—18; 4. Aufl. 1838), «Systematische Entwickelung aller in der Dogmatik vorkommenden Begriffer (Lpz. 1805; 4. Aufl. 1841). Sie zeigen eine reiche Kenntnis des histor. Materials, aber völligen Mangel an religiöser Wärme und spekulativer Tiefe. Für die Vereinigung der beiden prot. Konfessionen treten ein die «Aphorismen über die Union»(Gotha 1819). Der biblischen Exegese dienen das Lexicon manuale Graeco-Latinum in libros Novi Testamentiv (2 Bde., Lpz. 1824; 3. Aufl. 1840) und die „Probabilia de evangelii et epistolarum Joannis indole et origines (Lpz. 1820), welche durch die Bestreitung der Echtheit des Johannes-Evangeliums viel Streit erregte. Besonders verdienstlich ist die Herausgabe von Melanchthons Werken: Philippi Melanchthonis opera quae supersunt omnia (Halle 1834 —48) im «Corpus reformatorumo (Bd. 1—15). Vgl. seine Selbstbiographie: Aus meinem Lebeno (herausg. von Horst B., Gotha 1851).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 527Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6