Christusbilder werden in den zwei ersten Jahr-Rhongnrat n. Chr. nicht erwähnt. Das bekannte onogramm Christi „künstlerische Symbole, wie das Lamm, der Weinstock, der Fisch, dessen griech. Bezeichnung (1due) die Anfangsbuchstaben u dem die göttliche Sendung bezeichnenden Satze ten in der ältesten Zeit, bei der Scheu vor dem Bilderwesen der Heiden, statt der Darstellung Christi im Bilde. Von diesen einfachen Zeichen ging man zu Gleichnisfiguren ber, und so ward der Heiland unzähligemal als guter Hirt inmitten seiner Schafe, mit einer Hirtenflöte, das verlorene Schaf suchend oder das wiedergefundene auf den Schultern tragend, abgebildet. Gewöhnlich erscheint er hierbei als idealer Jüngling, dem widdertragenden Hermes der antiken Kunst ähnlich, oder als Orpheus, zuweilen als bärtiger Mann nach dem Vorbilde des Askulap oder des Zeus Sarapis. Vielleicht schon zu den Zeiten Konstantins findet der übergang aus dem Symbolischen ins Historische statt, und man bildete nun den Erlöser inmitten seiner Jünger oder in der Vollziehung irgend einer Handlung göttlicher Allmacht ab. Erst etwas später, doch noch im 4. Jahrh., kommt derjenige porträtartige Christustypus zum Vorschein, welcher sich dann das ganze Mittelalter hindurch mit wenigen Veränderungen gehalten Kan Schon um die Mitte des 2. Jahrh. stellten die Karpokratianer, eine halbristl. Sekte, das Bild Christi neben denen des laton, Pythagoras, Aristoteles auf; von ihnen kam es um 230 in die Hauskapelle des Kaisers Alexander Severus, wo es neben den Bildern des Abraam, Orpheus, Apollonius von Tyana seinen Platz and. Zu Anfang des 4. Da wo nicht schon rüher, zeigte man in der frühzeitig zum Christen tum bekehrten Stadt Edessa in Syrien ein wunderthätiges Christusbild, an welches sich später verschiedene Legenden Uitung Dahin gehören die Sagen von einer Abbildung des Angesichts Jesu die, in ein Tuch abgedruckt, der König Abgar (s. d. von Edessa besessen haben soll, und von einem ähnlichen Abdrucke im Schweißtuche der heil. Veronika. Nach einer andern Sage soll der Cvangelist Lukas ein oder mehrere Bildnisse Jesu verfertigt haben, von denen eins im 5. Jahrh. X1 Konstantinopel kam. Auch Erz-und Schnitzbilder Jesu wurden seit dem 4. Jahrh. gezeigt, so das angeblich von der blutflüssigen Frau errichtete Standbild in Cdessa und andere Bilder in Holz oder Stein, die von Nikodemus herrühren sollten. Ein uraltes, vielleicht dem 3. Jahrh. angehörendes Mosaik im Museo cristiano des Vatikans gibt einen Begriff davon, wie sich die Heiden Christus vorstellten. Es ist ein bärtiger Philosophen-Profilkopf. Ein apokrypher Brief, den Lentulus, der Vorgänger des Pilatus, an den röm. Senat geschrieben haben soll, schreibt C. eine männlich-schöne Gestalt und Gesichtsbildung zu. Ahnlich ist die Beschreibung, welche um die Mitte des 8. Jahrh. Johannes von Damaskus nach alten Schriftstellern abgefaßt haben will. Christus sei hiernach von stattlichem Wuchs gewesen, mit zusammengewachsenen Augenbrauen, schönen Augen, regelmäßiger Nase, lockigem Haupthaar, mit schwarzem Bart und weizengelber Gesichtsfarbe, ähnlich wie seine Mutter u. s. w. Zu den ältesten porträtartigen Darstellungen gehören ferner zwei gemalte Brustbilder in den Calixtinischen und in den Pontianischen Katakomben bei Rom, die in Aringhis (Roma subterranea novay abgebildet sind. Christus erscheint hier mit ovalem Antlitz, gerader Nase, gewölbten Augenbrauen und hoher Stirn. Zu den schönsten Christusköpfen der reifen Kunst gehört der aus dem Abendmahl von Leonardo da Vinci und der von Rafael in der Grablegung aus der letzten Zeit seines Aufenthalts in Rom, in der deutschen Kunst Dürers herrliches Christushaupt mit der Dornenkrone. Tizian ist mehrfach ausge3.9.d6 in der Darstellung von Christusköpfen, wie 3. B. dem herrlichen Kopfe auf dem Zinsgroschen in der dresdener Galerie. Unter den Spätern zeichnen sich Guido Reni und Lodovico Carracci durch charaltervolle Christusköpfe aus. ö Unter den Schöpfungen der Plastik ragt Brunelleschis berühmtes Kruzifix in Sta.⸗Maria-Novella zu Florenz und Michel Angelos Pietägruppe durch die ergreifenden Christusköpfe hervor, von den Neuern sind in dieser Hinsicht Thorwaldsen, Dannecker und Rietschel zu erwähnen. Vgl. Grimm, „Die Sage vom Ursprung der C. (Berl. 1843); Glückselig, «Christus-Archäologien (Prag 1862); Wessely, „Ikonographie Gottes und der Heiligen» (Lpz. 1874); Dietrichson, Christus⸗