Brightsche Krankheit (Morbus Brightii, Nephritis parenchymatosa) heißt eine erst durch den 3250 Hospitalarzt Richard Bright (spr. Breit, geb. 1788, gest. 19. Dez. 1858 als Leibarzt der Königin Victoria) 1827 bekannt gewordene, obschon che gewöhnliche entzündliche Nierenkrankheit, welche eine der häufigsten Ursachen der Wassersucht (s. d.) abgibt. Sie besteht darin, daß in den die feinen Harnkanälchen der Niere umspinnenden Haargefäßnetzen infolge entzündlicher Vorgänge anstatt der Harnabscheidung eine Ausschwitzung der eiweißartigen Blutbestandteile stattfindet. Diese erscheinen nun teils im Urin als Eiwei (daher der Name Eiweißrnen, Albuminurie), teils setzen sie sich in das ewebe der Nieren, schwellen dieses an, gerinnen .m als eigentümlich glasartig durchscheinende, faserstoffähnliche Exsudatmassen (sog. Faserstoffcylinder) und verschrumpfen späterhin, wodur die harnabsondernden Nierenkanälchen veröden und das ganze Organ um die Hälfte und noch mehr seines normalen Volumens reduziert wird (sog. V. Schrumpfniere oder Granularatrophie der Nieren). In der Regel befällt diese Krankheit beide Nieren Wafsen und verursacht dann teils allgemeine mserigen (Brightscher 9 drops) infolge der wässerigen, eiweißarmen eschn enheit der Blutüssigkeit, teils Zurückhaltung des Harnstoffs im lute (Harnvergiftung, Urämie) infolge der mehr oder minder vollkommenen Verstopfung der Harnkanälchen. Der Verlust an Eiweihstossen, welchen der Körper bei der Brightschen Nierenkrankheit erfährt, ist bisweilen außerordentlich beträchtlich; bei manchen Kranken beträgt er im Durchschnitt täglich 15—20 g. Die Krankheit tötet daher Haust, oft ziemlich shnell (akute Brightsche Krankheit), zumeist unter den Erscheinungen der Urämie; sie kann sich aber auch jahrelang hinausziehen, sobald noch einige Partien der Nieren zur Harnsche Kraut fähig bleiben (chronische Brightsche Krankheith. Die Brightsche Krankheit kommt am häufigsten als Nachkrankheit des Scharlachfiebers charlachwassersucht) vor; außerdem nach der asiat. Cholera, nach Typhus im Gefolge von Krebs, von Herzkrankheiten, bei Säufern, nach starken Erkältungen, nach Quetschungen der Lendengegend, Mißbrauch starker Durch Kachen Mittel u. s. w. Man erkennt sie durch Kochen des Harns und andere chem. Prüfungen seines Eiweißgehalts. Außer den Erscheinungen der Wassersucht, welche zumeist mit Anschwellungen der Augenlider und der Knöchel beginnt, findet man bei solchen Kranken gewöhnlich eine auffallende Blässe und Abmagerung, Verminderung, selbst Unterdrückung der Harnabsonderung, zeitweilige Schmerzen in der Nierengegend, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen, Verdauungsstörungen, Verminderung, ja selbst völliges Erlöschen des Sehvermögens u. s. w. Die Behandlung ist schwierig und erfordert je nach den verschiedenen Stadien der Krankheit ein verschiedenes Verfahren. Im allgemeinen ist außer einem streng geregelten diätetischen Verhalten, körperlicher Ruhe und dem Fernhalten jedweder, die Nieren irritierender Schädlichkeit von einer methodischen Anregung der Hautthätigkeit durch heiße Bäder mit 14 Doäen e Einschlagen des Körpers in wollene Decken, sowie von der Darreichung harntreibender und die Darmschleimhaut reizender Mittel das meiste zu erwarten; die drohende Blutverarmung ist durch reichlichere Zufuhr eiweißhaltiger Nahrung, durch kräftigen Wein, Eisen- und Chinapräparate zu bekämpfen. Treten Krämpfe oder andere gefahrdrohende Erscheinunder Harnstoffvergiftung des Blutes ein, so leiten Eisumschläge auf den Kopf, stark abführende owie anästhetische Mittel, unter den letztern vorzüglich Chloralhydrat, meist gute Dienste. den und Brigitta, s. unter Brigittenorden.