Brinvilliers (Marie Madeleine, Marquise von), berüchtigte Giftmischerin, eine geborene dAubray, wurde 1651 an den Marquis de B. verheiratet. Beide Gatten lebten bei großem Vermögen sehr verschwenderisch und hatten zum Freunde einen Rittmeister, Jean Baptiste de Gaudin, Seigneur de Saint-Croix, der bald mit der jungen Frau in ein ehebrecherisches Verhältnis trat. Auf Ansuchen der Familie dAubray wurde deshalb Saint-Croix in die Bastille gesetzt, die einem Jahre aber wieder entlassen. Während dieser Gefangenschaft lernte er einen Italiener Namens Exili kennen, der ihn in die Geheimnisse der Bereitung und Anwendung eines furchtbaren Gifts eingeweiht haben soll. gang mit der Marquise B. fort und teilte ihr sein Geheimnis mit. Mit Hilfe eines Bedienten, 250n. Amelin, genannt Chaussee, vergiftete nun die Mar-Ehn ihren Vater, ihre zwei Brüder und ihre chwestern, um + zur Fortsetzung ihres schwelgerischen Lebens mit Saint-Croir das ganze ri vermögen anzueignen. Saint-Croix starb plötzlich 1672 an den Folgen seiner Giftbereitung. Vor seinem Tode hatte er verordnet, der Marquise 34 an ihn gerichtete Briefe und ein versiegeltes Kästchen en. Mam unt oder beides uneröffnet zu verbrennen. an untersuchte indes die Gegenstände und fand in dem Kästchen eine Menge Gift, in den Briefen Andeutungen über sein 1 gleicher Heit Verhältnis zur Marquise. Fast zu gleicher Zeit hatte man den verdächtigen Chaussée eingezogen, der seine Teilnahme an den Verbrechen auch eingestand, die Marquise vielfach anschuldigte und 1673 hingerichtet wurde. Diese floh nach England, von da nach Deutschland und dann nach Lüttich. Schon in ihrer Abwesenheit war sie in Frankreich um Tode mit dem Schwert verurteilt worden; in üttich festgenommen, wurde sie nach Paris gebracht. Unter ihren ralbeichte fand man einen Aufsatz, der eine Generalbeichte ihres Lebens, die Bestätigung der erwähnten und vieler anderer Veriftungen und die Enthüllung von Ausschweifungen seit ihrer frühesten Jugend enthielt. Anfangs leugnete sie alles und gab vor, die bei ihr vorgeundene Generalbeichte im Anfalle eines hitzigen iebers geschrieben zu haben; aber mittels der ortur bekannte sie endlich alle ihre Missethaten. Sie wurde darauf 16. Juli 1676 enthauptet. Weil ich die Anwendung ihres Gifts, das man mit dem amen Successionspulver belegte, zu verbreiten schien, so ließ Ludwig XIV. einen Din Gerichtshof, eine Chambre ardente (s. d.) einsetzen, der sich vorzugsweise mit der Entdeckung und Bestrafung dieser Art Verbrechen befassen sollte. Vgl. „L'histoire du procès et Parréêt de la condamnation de la madame de B.5 (Par. 1676); Der Neue Pitavalv (Bd. 2, Lpz. 1846); Blanpain, La marquise de B. (Par. 1871).