FeedBrockhaus (Friedr. Arnold)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Brockhaus (Friedr. Arnold), Begründer der Firma F. A. Brockhaus in Leipzig, einer der ausgezeichnetsten Buchhändler Deulschlands und um die allgemeine Bildung, besonders durch Herausgabe des Conversations-Lexikon », hoch verdient, wurde 4. Mai 1772 in der damals Freien Reichsstadt Dortmund geboren. Die Familie B. stammt aus Westfalen und weist namentlich zwei Pastoren auf, die zusammen fast ein Coeur Jahrhundert in Meyerich (Kirch-Welver) bei Soest wirkten: Johann Diederich Melchior B. (geb. 1706, gest. 1775, Pastor 1728 —75) und Ludolf Wolrath Arnold B. (geb. 1744, gest. 1823, Pastor 1776—1822). B. besuchte das dortmunder Gymnasium und zeigte schon frühzeitig Neigung für Litteratur und Wissenschaft, ward aber von seinem Vater, Johann Adolf Heinrich B. (geb. 1739, gest. 1811), ber Kaufmann und Mitglied des Rats war, zum Kaufmannsstande bestimmt, den er 1788—93 zu Düsseldorf erlernte. Ins elterliche Haus zurückgekehrt, ging er im Sommer 1793 nach Leipzig, wo er sich anderthalb Jahre lang den Wissenschaften und der Erlernung neuerer Sprachen mitgroßem Fleiße widmete. In Dortmund errichtete er 1795 miteinem Verwandten, W.Mallinckrodt, ein En-gros-Geschäft in engl. Manufakturwaren, das wegen des vorwiegend nach Holland gehenden Absatzes 1801 nach Arnheim, 1802 nach Amsterdam verlegt wurde. Hier übernahm B. das Geschäft allein, ließ dasselbe aber infolge der Kontinentalsperre Ende 1804 allmählich eingehen. Von besonderer Neigung zum Buchhandel getrieben, errichtete er 15. Okt. 1805 zu Amsterdam eine deutsche Verlags⸗ und Sortimentsbuchhandlung, als deren Inhaber sich der mit ihm befreundete Buchdrucker J. G. Rohloff nennen ließ, da B. als Ausländer nicht Mitglied der Buchhändlergilde werden konnte, und die des halb zue „Rohloff u. Comp.v führte, seit 1807 aber «Kunst- und Industriecomptoiro firmierte. Eine von B. 1806 unternommene, der Zeitgeschichte und Litteratur gewidmete aymd, Wn in holländ. Sprache, De Stery (Der Sternoy), wurde nach der Umwandlung der Batavischen Republik in ein Königreich Holland schon nach dem ersten Vierteljahre unterdruckt und das an deren Stelle getretene Amsterdamsch Avond-Journaabo hatte noch rascher dasselbe Schicksal. Daneben begründete B. eine deutsche zeitzeschichtliche Monatsschrift: Cramers «Individuaitäten o (1806—7), sowie eine franz. belletristische und verlegte mehrere Werke aus den Gebieten der strengen Wissenschaft, Politik und schönen Litteratur, z. B. von Sprengel, Villers, Massenbach, Baggesen, Oehlenschläger. Obgleich B. viel buch und Thätigkeit entwickelte, wollte doch sein buchhändlerisches Unternehmen unter den ungünstigen eitverhältnissen, besonders seit der Vereinigung ! ollands mit Frankreich, nicht recht gedeihen. Er entschloß sich deshalb, Amsterdam zu verlassen, wo auch 8. Dez. 1809 seine treffliche erste Frau gestorben war, und sein Geschäft nach Deutschland zu verlegen. Er verließ Amsterdam im Mai 1810 und ging erst l nach Leipzig, in der Absicht, sich dort niederzulassen, dann aber im Sept. nach Altenburg. Nach Verkauf des inzwischen von seinem Gehilfen F. Bornträger äter in Königsberg etabliert) fortgeführten amsterdamer Sortimentsgeschäfts an Johs. üller nahm er im Mai 1811 in Altenburg seine Verlagsthätigkeit wieder auf, zunächst unter der Firma 4Kunst- und Industriecomptoir von Amsterdam», die er 15. Jan. 1814 in die (seitdem beibehaltene) Firma „F. A. Brockhaus » veränderte. Schon 1808 hatte B. während eines Besuchs der 1756ben Buchhändlermesse das Verlagsrecht des und 1809—11 die erste Auflage mit Hinzufügung zweier Supplementbände beendigt. Er erkannte die ganze Bedeutsamkeit dieses Unternehmens und begann 1812 in einem der Zeit entsprechendern Geiste die Umarbeitung desselben in einer zweiten Auflage, die er selbst redigierte. B. ist sonach als der eigentliche Begründer des «Conversations-Lexikon» anzusehen. Mit dem außergewöhnlichen Erfolge, den seine thätige und geschickte Leitung fortan dem Werke zu sichern wußte, trat auch eine günstigere Wendung seines eigenen Schicksals ein, und der Friede seit 1815 sicherte die glückliche Entwickelung seiner viel-Raler buchhändlerischen Unternehmungen. Wenige age vor der Schlacht bei Leipzig und noch im Angesichte des Feindes begann B. auf von ihm selbst nachgesuchten unmittelbaren Befehl des kommandierenden Feldmarschalls Fürsten von Schwarzenberg eine polit. Zeitschrift unter dem Titel «Deutsche Blättero (14. Okt. 1813 bis Mai 1816), die sich bald Ansehen und Einfluß errang. Die fortwährend steiende Bedeutung seines Verlags veranlaßte B., der sich 1812 zum zweiten mal verheiratet hatte, Ostern 1817 von Altenburg nach Leipzig zu ziehen und Ostern 1818 sein Geschäft ganz dahin zu verlegen, wo er Anfang 1818 eine Buchdruckerei damit verband, die wegen der bestehenden Innungsverhältnisse zunächst die Zben „Zweite Teubnersche Buchdruckereis führte. Neben noch mehrern Auflagen (der dritten bis sechsten) des «Conversations-Lexikonv», bei deren Redaction ihn tüchtige Kräfte unterstützten, während er selbst stets die Seele des Unternehmens blieb, erfolgte nun innerhalb weniger Jahre die Ausführung Lergroher zum Teil schon früher von ihm eingeleiteter größerer Verlagsunternehmungen. So verlegte er: das Taschenbuch «Urania (seit 1810), welches durch seine Preisaussetzungen unter anderm Ernst Schulzes Dichtung «Die bezauberte Rosey hervorrief; die «Zeitgenosseno (seit 1816); Okens der (seit 1817); &Hermes, oder kritisches N. of der Litteratur (seit 1819), seit 1820 von selbst redigiert; das weriatis von ihm herausgeie Fortsetzung des von Kotzebue 1818 begründeten „Litterarischen Wochenblatto); außerdem noch eine große Anzahl von Werken aus fast allen Zweigen der Litteratur von Ebert, Ersch, Hasse, Hormayr, Krug,‚ W. Müller, Puchelt, F. von Raumer («Geschichte der Hohenstaufen „), A. 977 enhauer, Jo-Eberse Schopenhauer, Steffens oß (Shakspeareapsten sch u. a. An diese große Verlagsthätigkeit knüpften sich häufige Reisen, eine sehr lebhafte und ausgebreitete persönliche Korrespondenz, die Abassung von Denkschriften und Broschüren Über achdruck und Preßfreiheit, endlich die bauliche Einrichtung und Erweiterung des Geschäfts. B. war indessen nicht bloß ein geschickter und eifriger Geschäftsmann, sondern überhaupt ein Mann von Geist, Kraft, litterarischer und weltmännischer Bildung, dabei ein offener, redlicher Charakter. Er unternahm vieles aus reinem Eifer für Wissenschaft und Bildung und aus in ihm sten für die nationale deutsche Sache, die in ihm stets einen eifrigen Verfechter fand. Dennoch hatte er mannigfache Aniffe zu erdulden und ward besonders wegen seiner lreijinnigen Ansichten über Verfassungswesen, öffentliches Leben und Presse verdächtigt und bedrängt. Censuranfechtungen, namentlich von seiten der preuß. Regierung, welche 1821 sogar eine ganz exceptionelle bert Maßregel, die «Recensuro seines gesamten erlags, anordnete, die erst nach seinem Tode aufesonders des «Conversations-Lexikono, durch Nachdrucke, endlich litterarische Fehden, namentlich mit Müllner, verbitterten ihm das Leben und unter-Bon ei die Gesundheit des sonst rüstigen Mannes. on einer schweren Krankheit kaum genesen, unterlag er einem plötzlichen Rückfall, der 20. Aug. 1823 seiner rastlosen Thätigkeit ein Ziel setzte. Vgl. Sun Eduard Brockhaus, «Friedrich Arnold B. ein Leben und Wirken nach Briefen und andern Nach B.' Tode ward das Geschäft unter der bisherigen Firma von seinen beiden ältern Söhnen zunächst 1823 — 29 für die Erben fortgeführt, in Gemeinschaft mit B.' bewährtem Mitarbeiter Karl * Bochmann (geb. zu Thurm 1788, gest. zu eipzig w1852), dann 1829—49 von denselben gemeinschaftlich geleitet. Der älteste Sohn, Friedrich B., geb. zu Dortmund 23. Sept. 1800, der sich der Buchdruckerkunst bei Vieweg in Braunschweig gewidmet und durch Aufenthalt in Paris und London in diesem Fache weiter ausgebildet hatte, übernahm 1819 die kurz vorher von seinem Vater errichtete Buchdruckerei und behielt auch später die Hauptleitung derselben; er hat sich um das typograph. Fach mannigfach verdient gemacht. Ende 1849 aus dem Geschäft ausgetreten starb er 14. Aug. 1865 in Dresden. Der zweite Sohn, Heinrich B., geb. zu Amsterdam 4. Febr. 1804, hatte den Buchhandel im väterlichen Hause erlernt und vervollständigte eine weitere Ausbildung durch unermüdliches Selbstdium und auf zahlreichen und weiten Reisen. Er war 1842—48 Mitglied der sächs. Zweiten Kammer als Vertreter der Stadt Leipzig und gehörte 1850 den sog. Renitenteno, welche sich weigerten, in ie reaktivierte Kammer wieder einzutreten. Im Aub 1858 ward er, gelegentlich des 300jährigen ubiläums der Universität Jena, zum Doktor der hilosophie honoris causa ernannt. Seiner über 50jährigen Leitung hatte die Firma ihre steigende Bedeutung und weitere Entwickelung wesentlich zu verdanken. Auch um die allgemeinen Angelegenheiten des deutschen Buchhandels erwarb er sich große Verdienste und war überhaupt einer der hervorragendsten Buchhändler seiner Zeit. Er starb zu Leipzig 15. Nov. 1874. Unter der gemeinschaftlichen Leitung von Friedrich und Heinrich B. in den J. 1823—49 gelangte die —. zu immer wühnend Ausdehnung. Die Druckerei wurde fortwährend erweitert und mit den durch die Fortschritte der Typographie und Mechanik gebotenen neuen Erfindungen und Verbesserungen vervollkommnet. Eine Stereotypenrii kam 1835 hinzu, 1836 wurde die Walaumsche Schriftgießerei in Weimar erkauft und 18⁴3 310 Leipzig verlegt, 1842 für das Geschäft eine Buchbinderei eingerichtet. Namentlich aber ward auch das Verlagsgeschäft bedeutend erweitert. Dem bis 1848 wieder mehrmals (in der siebenten, achten und neunten Auflage) umgestalteten Conversations-Lexikono wurden drei Nebenwerke beigegeben: «Conversations-Lexikon der neuesten Zeit Lexikon der Gegenwarto (4 Bde., 1838— 41) und „Die Gegenwarto (12 Bde., 1848—56). Ein Bilder-Atlas zum Conversations-Lexikono wurde unter Leitung von J. G. Heck 1844 begonnen und 1849 vollendet, zu welchem Behuf eine artistische Anstalt mit Zeichnern und Stahlstechern und eine Stahldruckerei eingerichtet ward. Andere periodische nternehmungen der Firma waren unter anderm: die „Blätter für litterarische Unterhaltung» (seit 1826, das frühere «Litterarische Conversationsblattv); das «Historische Taschenbuchv, herausgegeben von F. von Raumer (seit 1830, bis 1880 000 rgänge); die Fortsetzung der 1831 mit dem Gledit chschen erlage erworbenen beiden Werke «Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künster von Ersch und Gruber (1818 fg., bis 1882 155 Bde.) und «Allbis 1882 Bücher-Lexikono von Heinsius (1812 fg., is 1882 16 Bde.); die 1837 begonnene «Leipziger Allgemeine Der Ren seit 1843«Deutsche Allgemeine Bihig un „Der Neue Pitavalo, herausgegeben von itzig und Häring (seit 1842, bis 1882 53 Vuch handlung für deutsche und auslandische Litteratur in Leipzig und Paris unter der Firma „Brockhaus und Avenariuso; das von E. Avenarius geleitete pariser Geschäft wurde 1844 verkauft, die leipziger Firma 1850 mit dem Hauptgeschäft vereinigt. Nach der 1. Jan. 1850 erfolgten alleinigen übernahme des Geschäfts durch Heinrich B., dem 1. Juli 1854 sein älterer, 1. Juli 1863 sein mahen Sohn als Teilhaber zur Seite traten, und während ihrer gemeinschaftlichen Leitung bis 1874 wurde dasselbe nach verschiedenen Seiten hin erweitert. Die technischen Geschäftszweige erhielten immer größern Aufschwung; 1855 wurde eine lithographische Anstalt und Steindruckerei eingerichtet und mit der bereits bestehenden Stahl⸗ und Kupferdruckerei unter dem Namen «F. A. Brockhaus' Geographischphische Anstalt hinzugefügt. Besondere Thätigkeit ward auf Pflege der bestehenden und Anknüpfung neuer Verbindungen mit dem Auslande verwendet, und dieser Zweig des Geschäfts, seit 1856 unter der Firma «F. A. Brockhaus' Sortiment und Antiquariumo, zu einem Mittelpunkte des internationalen litterarischen I. gestaltet; wesentliche Verdienste um die Ausdehnung dieses (eb. zu Leipin erwarb sich Paul Friedr. Trömel (geb. zu Leipzig 1832, gest. daselbst 1863). Am 1. Dez. 1863 wurde in Berlen errialt in Wien, 1. Dez. 1871 ein solches in Berlin errichtet. Im Sommer 1856 feierte die Geden das in. e, im Herbst 1880 das 75jährige edenkfest ihres etehens⸗ 4. Mai 1872 den 100jährigen Geburtstag ihres Begründers und zugleich das 50jährige Geschäftsjubiläum von Heinrich B.; aus Anlaß der letztern Feier wurde ein Gedenkbuch: „(Die Firma F. A. Brockhaus in ch Ar Zum 100jährigen Geburtstage von Rachruck rnold B. 4. Mai 18725 als Handschrift gedruckt. Größere Unternehmungen der Firma aus dieser Periode sind: drei Auflagen des «Conversations-Lexikono (die zehnte, elfte und zwölfte); Unterhaltungen am häuslichen Herdo, von K. Gutzkow herausgegeben (1852 —64); „Deutsches Museumo, von R. Prutz herausegeben (1853 — 66); «Kleineres Brockhaussches Conversations-Lerikon für den Handgebrauchv (1. Aufl., 4 Bde., 1854—56; 2. Aufl., 1861—64); die dritte Auflage des «Staats-Lexikon» von Rotteck und Welcker (14 Bde., 1856 —66); Unsere Zeity 2 • 1857), erst als „Jahrbuch zum Conversationsexikony sich an dieses anlehnend, später alsDeutsche Revue der Gegenwarto, von R. von Gottschall redigiert, selbständig auftretend; „Illustriertes Haus-Galeries (1859) und Goethe-Galeriey (1863) von Pecht und Ramberg; «Lessing-Galerie y von Pecht Halart «„Shakspeare-Galerier von Pecht, Hofmann, takart u. a. (1876); eine Bibliothek der deutschen Nationallitteratur in fünf Serien, vom Mittelalter bis auf die neueste Zeit (1864fg., bis 1882 92 Bde.) eine Bibliothek ausländischer Autoren in den Originalsprachen: spanisch, italienisch, polnisch u. s. w. (1860 fg., bis 1882 gegen 180 Bde.); eine neue Übersetzung der Shakspeareschen Dramen von Bodenstedt, Gildemeister, Herwegh u. a. (9 Bde., 1867 —71); das „(Deutsche Sprichwörter-Lexikono von Wander (5 Bde., 1867—80); das 4Bibel-Lexikono von Schenkel (5 Bde., 1869—75); eine dritte Auflage der «Illustrierten Bibelo von Bendemann, Schnorr von Carolsfeld u. a. (1874 - 75), aus dem schen . der 1869 von der Firma angekauften Cottaschen Bibelanstalt; die Internationale wissenschaftliche Bibliothek» (1873 fg., bis 1882 54 Bde.); eine zweite umgearbeitete Auflage des Bilder⸗-Atlasv (8 Bde. Tafeln u. 2 Bde. Text, 1869—75). Außerdem verlegte die Firma Werke aus den . Henfen sten Gebieten der Litteratur von Ahn, Benfey, a.6.C. Bremer, Freiherr von Bunsen, Carriere, K. G. Carus, „Hottcchg Eckermann, J. H. Fichte, Kuno Fischer, Gottschall, Gregorovius, Gutzkow, J. Hammer, Koenig, Sasele Martens, Prutz, F. und K. von Raumer, Rellstab, Renan, Reumont, von Rönne, Schlagintweit, A. Schopenauer, Schücking, K. Tieck 2. L. von Stein, „F. Strauß, Sturm, Tieck, Tischendorf, Varn-Luer. von Ense, K. Vogt, Wheaton u. a. Der Ver-Werle auf weist bis Ende 1882 ungefähr 3500 Werke auf. Vgl. hn Brockhaus in Leipzig. Vollständiges Verzeichnis der von der Firma F. A. Brockhaus in Leipzig seit ihrer Gründung durch Friedrich Arnold B. im J. 1805 bis zu dessen 100jährigem Geburtstage im N 1872 verlegten Werke. n Sronoog. Folge mit biogr. und litterarhistor. otizen. Herausgegeben von Heinrich Brockhausv Nach dem Tode von Heinrich B. (15. Nov. 1874) Firn das Geschäft in den Besitz seiner beiden, der irma bereits seit längerer Zeit als Teilhaber angehörenden Söhne über und wurde von ihnen in der bisherigen Ausdehnung und in gleichem Geiste fortgeführt. Der ältere, Heinrich Eduard B., geb. zu Leipzig 7. Aug. 1829, besuchte die Universitäten zu Leipzig, Heidelberg und Berlin, promovierte 1850 als Doktor der Philosophie und widmete sich dann dem Buchhandel; 1871 — 78 Mitglied des Deutschen I—. (für den 20. sächs. Wahlkreis), Er ver er daselbst der nationalliberalen Partei an. r verfaßte die obenerwähnte Biographie seines der des Oe Friedrich Arnold B. und ist Vorsitzender des Vereins der Buchhändler zu Leipzig sowie des Deutschen Buchdrucker-Vereins. Der jüngere Sohn, Heinrich Rudolf B., geb. zu Leipzig 16. Juli 1838, erlernte den Buchhandel und die Buchdruckerei im väterlichen Geschäft sowie in Wien, London und Paris. Am 1. Januar 1881 trat auch der älteste Sohn von Heinrich Eduard B., Albert Eduard B., geb. 2. Sept. 1855, als Teilhaber in die Firma ein. Von den Verlagsunternehmungen der Firma seit 1874 seien nur genannt: „Brockhaus' Kleines Conversations-Lexikono (3. Aufl., mit Karten u. Abbildungen, 2 Bde., 1879 — 80); „«Brockhaus' Conversations-Lexikond (13. Aufl. mit Abbildungen und Karten, 16 Bde., 1882 fg.); „Der Neue Plutarcho, herausgegeben von R. von Gottschall (Bd. 1—9, 1874 — 82); die fünfte und sechste Folge des von 5. von Raumer begründeten «Historischen Taschenucho, erstere von H. W. Riehl (10 wecher (188 187¹1 —80), letztere von W. Maurenbrecher (1881 fg.) Pater W. von Reise⸗ und Forschungswerke von aker, F. von Bodenstedt, Cameron, A. von Kremer, Freiherr von Nordenskiöld, Rohlfs, Schliemann, Schweinfurth, Stanley, Vämbery; Martins „Illustrierte Naturgeschichte der Tieres (2 Bde. in 4 Abteil., 1880 fg.): Perrot und Chipiez, «Geschichte der Kunst im Altertumo (deutsche Ausgabe, 1882 fg.) u. s. w. Ende 1882 waren unter der Firma F. A. Brockhaus nachstehende, in sechs Gebäuden verteilte Geschäftszweige vereinigt: Verlagsbuchhandlung; deutsches und ausländisches Kommissions-Kah deutsches und ausländisches Sortimentseschäft; Antiquarium; Buchdruckerei; Schriftgiefa Stereotypengießerei; Galvanoplastische Antalt; Schriftschneiderei und Gravieranstalt; ulo- und Kupferdruckerei; binderpischi Anstalt; Xylographische Anstalt; Bu inderei. Die Gesamtstärke des Geschäftspersonals beträgt zwischen 500 und 600.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 564Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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