FeedBronzefarben
TechnikBrockhaus 1882

Bronzefarben sind feingepulverte Metalle oder Metalllegierungen; sie wurden bereits Mitte des 18. Jahrh. von Huber in Fürth durch feines Zerreiben der Abfälle der Metallschlägerei oder Schaumgoldfabrikation hergestellt; ihre seit der Zeit bedeutend vervollkommnete Fabrikation wird gegenwärtig noch vorzugsweise in Fürth und Nürnberg betrieben. Durch Anwendung verschiedener Metalllegierungen von Kupfer und Zink und durch passend geleitete Erwärmung, wodurch Anlauffarben entstehen, hat man es in seiner Gewalt, eine Menge verschiedener Farbentöne herzustellen. Die einzelnen Metallkompositionen werden zunächst zu Blech gewalzt und dieses mittels eines Dampfhammers zwischen Häuten so rein geschlagen, daß 1kg etwa 140 qm deckt. Das so verdünnte Metall wird unter Zufluß von eißem Fett mittels einer Kratzbürste durch Metalliebe getrieben. Das Durchgegangene wird auf einer eibmaschine weiter zerkleinert, bis es die gewünschte Feinheit angenommen hat, worauf es unter beständigem Umrühren in einem eisernen Kessel so lange erwärmt wird, bis der verlangte Farbenton erscheint, worauf das Erhitzen sofort zu unterbrechen ist, da sonst andere Farben auftreten würden. Kupferbronzefarben werden gewonnen durch Reduktion von Kupfervitriollösungen durch metallisches Eisen, wobei man zur Vermeidung von Verunreinigungen Eisenstäbe anwendet, die mit Fließapier umwickelt sind. Das metallische Kupfer legt ich als feiner Metallschlamm auf dem Papier ab, wird dann noch weiter zerrieben und nach dem Waschen und Trocknen durch Erwärmen unter Zugabe von etwas Fett oder de 51 auf die gewünschte Farbe gebracht. Weiße Bronzefarbe besteht aus Zinn, welches ebenso behandelt wird, wie oben angegeben, indes ohne erwärmt zu werden. Blaue Bronzefarbe wird aus weißer hergestellt, indem diese mit einer alkoholischen Lösung von Anilinblau übergossen und bis zum Verdunsten des Spiritus 7½ wird. Die gröbern B. werden als Brokate (s. d.) bezeichnet. Dronsetrant s. Metallguß. heit.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 579Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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