FeedBruck an der Leitha
ErdkundeBrockhaus 1882

Bruck an der Leitha, Stadt in Niederösterreich, liegt an den südl. Abhängen der zwischen Donau und Leitha gelagerten Höhen, angesichts des jenseit der letztern aufsteigenden Leithagebirges, etwa 32 km im SW. von Preßburg und 40 km im SO. von Wien an der Linie Wien-Raab der österr. Alosbeert⸗ Die Stadt zählt (1880) mit dem Schloßbezirk 4132 CE. in 344 Häusern, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Beirksgerichts und ch zwei Kirchen, ein schönes er Fest Harrachschen Familie gehöriges Schlo mit Resten röm. Bauwerks, einem vortrefflichen botan. Garten und einer botan. Bibliothek und sehenswerten Parkanlagen. Die Bevölkerung beschäftigt sich mit Ackerbau und en hier u sowie mit etwas Weinbau. Auch bestehen hier mehrere Spinnmaschinenfabriken. Bei B. werden jährlich die en ubuuge Niederösterreichs zu großen militärischen Ubungen in einem Lager konzentriert. Daß der Ort schon den Römern bekannt und von ihnen besetzt war, ist unzweifelhaft. Die Straße von Carnuntum nach Mutenum führte durch. Daß der sog. Heidenturm im Schlosse ein Römerwerk sei, ist nicht entschieden. Wohl aber ist bei seinem Bau röm. Material von den nahen Trümmern von Carnuntum benutzt worden. In Urkunden des 11. Jahrh. bezeichnet «Ascheridesprukker den wichtigen Grenzort. Zur R set der magyar. und türk. Einbrüche war B. durch seine starke Befestigung ein wirksamer Punkt, den ersten Anprall des Feindes aufzuhalten. Nordöstlich von B. liegt der kleine, als Haydns Geburtsort bekannte Marktflecken Rohrau.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 599Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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