Bruchhausen, Dorf bei Brilon (s. d.) im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg. l. Zuße o Stadt im bad. Kreise Karlsruhe, am westl. Fuße des kraichgauer Hügellandes und der Einmündung des Saalbachthals in die Rheinebene und an der Linie uche brer über Prit der Badischen Staatsbahn, welche hier über Philippsburg und den Rhein nach Germersheim und über Bretten an der württemb. Grenze abzweigt, in 144 m Höhe, 21 km im NW. von Karlsruhe gelegen, besteht aus der eigentlichen Stadt und drei Vorstädten: St. Peter, St. Paul und der Residenz. Letztere, in der ersten schoser des 18. Jahrh. von den speierschen . öfen Damian Hugo von Schönborn und hristoph von Hutten erbaut, besteht größtenteils aus dem Staate gehörigen Gebäuden, in denen verschiedene Behörden ihren Sitz haben. Die Zierde derselben bildet jedoch das im franz. Stil 1720—70 aufgeführte öfl. Schönbornsche Residenzschloß mit hübschem Garten, Wasserleitungen, pringbrunnen u. s. w. Das Residenzschloß steht großenteils leer und wird nur teilweise als Kaserne und Militärhospital benutzt. Ein altes, aus dem 10. Jahrh. stammendes Schloß wird jetzt zu Gebenutzt. Unter den fünf Kirchen (darunter eine Simultankirche) zeichnen sich die Peterskirche (mit der Gruft der Fürstbischöfe) und die kleine neue Klosterkirche (mit Gemälden von Schraudolph) aus, die aber jetzt nicht mehr benutzt wird. Auch befindet ich in B. eine neue Synagoge. Sonst bestehen 3. B. ein Gymnasium, ein International-Lehrinstitut, ein altes, für gemeinsame und Einzelhaft bestimmtes Gefängnis, ein neues, 1846 nach dem modiftzierten pennsylvan. System eingerichtetes Landeszuchthaus für Männer (mit 414 Zellen) und ein solches für Frauen (mit 130 Zellen), ein polizeiliches Arbeitshaus für Männer und ein großes Hospital. Die Zahl der Einwohner beträgt (1880) 11373, welche zum dau, Teil Katholiken sind und Feld⸗ und Weinbau, städtische Gewerbe und bedeutenden Handel treiben. Die in der Mitte des 18. sehrer zu B. errichtete Saline ist seit Anlage der sehr ergiebigen Salzwerke Dürrheim und Rappenau aufgegeben worden. B. war früher eine kaiserl. Pfalz, die Kaiser Otto III. 1002 seinem Vetter, dem Herzog Otto von Wormei übergab, um ihn für den alten Palast zu Worms schadlos zu Buchof welchen dieser nach seinem Wunsche dem ischof Burkard von Worms abgetreten hatte. Nach dem Aussterben des alten wormsischen Hauses der Herzöge von Francien kam B. durch Erbschaft an das jüngere speiersche Haus, dessen Haupt damals König Konrad II. der Salier war. Doch schon dessen Sohn Heinrich III. CEgus B. 1056 dem Hochstift Speier, unter dessen Schutz der Ort als Sommerresidenz der Bischöfe von Speier seit 1105 allmählich zur Stadt heranwuchs, und dem es bis zum Luneviller e verblieb, worauf es 1802 nebst den Teilen des Bistums am rechten Rheinufer an Baden überlassen wurde.