Brunel (Sir Marce Isambard), der Erbauer des Themsetunnels, geb. 25. April 1769 zu Hacqueville im franz. Depart. Eure, empfing seinen ersten Unterricht im Kollegium von Gisors und später im Seminar zu Nicaise. Da er keine Neigung zum Priesterstande hatte, aber der Vater ihn auch nicht Ingenieur werden lassen wollte, mußte er 1786 Dienste in der franz. Marine nehmen. Die Revolution veranlaßte ihn 1793 zur Auswanderung nach Neuyork, wo er sich seiner Neigung zur Mechanik und den verwandten Wissenschaften überließ, das Parktheater erbaute und auch die Leitung einer Kanonengießerei und der Hafenbefestigungen übernahm; 1799 ging er jedoch nach England, wo er seitdem blieb. Nachdem er 1806 für einen Klobenmechanismus zum Gebrauch der Marine eine öffentliche Belohnung von 20000 Pfd. St. erhalten, baute er später für die Admiralität eine Sägemühle in Chatham. Er hatte sich durch diese und ähnliche Arbeiten bereits mannigfache Anerkennung erworben, als er endlich durch die Erbauung des Themsetunnels, jenes merkwürdigen Bauwerks, dessen Plan er schon 1819 fertig hatte, dessen Ausführung aber erst 1825 begonnen und nach überwindung der unsäglichsten Schwierigkeiten 1842 beendigt wurde, seinem Ruhme die Krone aufsetzte. (S. Tunnel.) B. war Vizeräsident der Königlichen Gesellschaft der Wissenchaften zu London, eine seltene Ehre für einen Ausländer, und erhielt 1841 die Ritterwürde. Er starb 12. Dez. 1849. Vgl. Beamish, Memoir of Sir Mare Isambard B.5 (2. Aufl., Lond. 1862).