FeedBryant (William Cullen)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bryant (William Cullen), einer der bedeutendsten amerik. Dichter, wurde als Sohn eines Arztes zu Cummington im Staate Massachusetts 3. Nov. 1794 geboren. Schon 1808 schrieb er im Interesse der Jenerson, eine polit. Satire auf den Präsidenten Jefferson, KThe Embargop, die in Boston gedruckt wurde und allgemeines Aufsehen erregte. In seinem 16. Jahre bezog er William's-College, wo er tüchtige Kenntnisse in den alten Sprachen erwarb, widmete sich dann 7 1812 dem Studium der Rechtsgelehrsamkeit und ließ sich 1815 als Anwalt in Great-Barrington nieder. Hier verfaßte er das durch Gedankenreichtum und harmonischen Versbau ausgezeichnete Gedicht Thanatopsisv, welches 1816 in der North American Reviewy erschien, und ein größeres poetisches Werk«The Ageso Cambr. 1821), welches die allmähliche Entwickeung des Menschengeschlechts behandelt. Obwohl im Besitz einer bedeutenden Praxis, entschloß er a 1825, dem Advokatenstande zu entsagen und na Neuyork überzusiedeln. In seinem neuen Wohnort beteiligte er sich anfangs an dem von Sands herausgegebenen «Atlantie Magazinen, welches den Namen der New Vork Reviewo annahm, und für welches B. seine Hymn to Deathv schrieb. Als diese Zeitschrift 1826 einging, trat B. in die Redaction der Evening Posto, einer der angesehensten Zeitungen Neuyorks, in welcher er namentlich erfolgreich für den Freihandel und gegen die Sklaverei wirkte, wie er denn auch 1856 einer der hervorragendsten Gründer der republikanischen Partei war. Mit Sands und Verplanck gab er 1827—29 den poetischen Almanach Talismano heraus und trug 1832 einige Novellen zu den cTales of Glauber Spa bei. Beschreibungen seines Aufenthalts in Curopa, welches er viermal (1834, 1845, 1849 und 1857) besuchte, und eines Ausflugs nach dem Mississippithal und Florida erschienen in den Spalten der Evening Posto² und einzeln unter dem Titel Letters of a traveller in Europe and Americas lillustrierte Ausg., Neuyork 1854; zuletzt 1869) und ehören zu dem Besten, was die Reiselitteratur der merikaner Aobie der Sr: hat. Als Dichter fesselt B. durch Melodie der Sprache, Reinheit der Em-Tabensar eine reflektierende, aber keineswegs trübe ebensanschauung, edle Moral, Meisterschaft der heiten und tiefe Empfänglichkeit für die Schöneiten der Natur. Außer den genannten sind namentlich The lapse of timep, Song of the starso, Life „, The Fountain (1842) die gelungensten einer Dichtungen. Die gesammelte Ausgabe derelben wurde von dem Verfasser auf seiner vierten eise nach Europa 1858 in London und am vollständigsten 1873 zu Neuyork besorgt. Im J. 1863 erschien von ihm noch eine kleinere Sammlung von Gedichten unter dem Titel «Thirty Poems v und 1870 und 1871 seine übertragung der Iliade und Odyssee, welche für die beste engl. Übersetzung Homers gilt. Deutsche übersetzungen seiner Gedichte erschienen von Neidhardt (Stuttg. 1855) und von Laun (Brem. 1863). Auch hat B. eine Sammlung von «Orations, Addresses and Essayso veröffentlicht. B. wohnte auf einem kleinen Landgute Roslyn auf Long-Island, unweit Neuyork, und war Redacteur der Evening Posto bis zu seinem Tode, der am 12. Juni 1878 in Roslyn erfolgte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 643Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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