Buhle (Joh. Gottlieb), philos. Schriftsteller, sch zu Braunschweig 29. Sept. 1763, habilitierte ich nach Vollendung seiner Studien an der Universität 10 Göttingen und ward hier 1787 Professor der Philosophie, später auch Mitglied der Königlichen Societät der Wissenschaften. Im J. 1804 folgte er einem Rufe als Professor der alten Spra9105 der Geschichte und bildenden Künste nach oskau, kehrte jedoch 1814 nach Deutschland zurück und ward Professor der Rechte am Collegium Carolinum zu Braunschweig, wo er 11. Aug. 1821 starb. Seine Hauptwerke sind das »Lehrbuch der Geschichte der Philosophie (8S Bde., Gött. 1796— 1804) und die 4Geschichte der neuern Philosophie 0 der Epoche der Wiederherstellung der Wissenchaften» (6 Bde., Gött. 1800 —5). Außerdem veröffentlichte B. unter anderm (Grundzüge einer all1790), eine „Ges Lemg des philosophierenden Verstandes» (Bd. 1, Lemgo 1793), ein Lehrbuch des Naturrechtso (Gött. 1799) und einige histor. Schriften. Auch b B. Ausgaben des Aratus und des Aristoteles besorgt. kritforscher, geb. 19. Juli 1837 zu Borstel bei Nienburg in der preuß. Provinz Hannover, studierte +r en von 1855—58, ging nach einem kurzen ufenthalt in Paris 1859 nach London, wo er 1861 Assistent an der Privatbibliothek der Königin von England wurde. Im J. 1862 erhielt er die Stelle eines Hilfsarbeiters an der Universitätsbibliothek zu Göttingen, 1863 wurde er als Professor der orient. Sprachen nach Bombay an das Elphinstone-College berufen, 1864 ebenda auch zum Professor der alten Geschichte ernannt, 1866 zum Oberaufseher der Sanskritstudien am Decan-College in Puna, wo er im Verein mit Kielhorn die Bombay Sanskrit serieso begründete. Im J. 1868 wurde er Schulinspektor der nördl. Division (Gujarat) und in demselben Jahre zusammen mit Kielhorn (seit 1870 allein) mit der von Sanskritmanuskripten betraut. Beide Amter hat er mit großem Erfolg verwaltet, sowol die Aufsicht über den öffentlichen Unterricht in einem Bezirk von 56000 engl. QMeilen mit circa 5 Mill. E., wo er bei seinem Antritt 730 Schulen mit 47883 Schülern vorfand, 1880 aber bei seiner wegen Kränklichkeit erfolgten Auragleß⸗ al 1763 Schulen mit 101 970 Schülern zurückließ: als auch die Erforschung und Sammlung von Manuskripten, welche er in mehrern Missionen nach verschiedenen Gegenden Indiens mit den ausgezeichnetsten Resultaten bewerkstelligte. Mehrere tausend Handschriften, ferner Sammlungen von Münzen, Kupferplatten u. w. sind durch B. teils der ind. Regierung, teils europ. Bibliotheken und Museen zugeführt worden. Nach seiner Sanstet aus Indien wurde er 1881 Professor des Sanskrit an der Universität Wien. B. schrieb: &&4 digest of Hindu lawo (verfaßt gemeinsam mit R. West, 1867—69; 3. Aufl. 1881 fg.); ferner gab er heraus Pancatantra- (Tl. 2—5 in den Bombay Sanskrit serieso, 1868 —69), Apastamba Dharmasütra (Tl. 1 u. 2, 1868—71), „Daçakumäracarita (Tl. 1, 1873), edicts of Acokan (1877), das Präkritglossar „Paiyalacchio (1878) und eine übersetzung von Apastamba and Gautama (in Bd. 2 der von Max Müller herausg. (Sacred books of the Easty), außerdem mehrere Berichte über seine Reisen, Kataloge u. s. w.