FeedBuijs-Ballot (Christoph Heinr. Dider.)
NaturlehreBrockhaus 1882

Buijs-Ballot (Christoph Heinr. Dider.), Meteorolog, geb. 10. Okt. 1817 in Kloetingen in der niederl. Hrovinz Zeeland, besuchte das Gymnasium zu Zalt-Bommel, studierte in Utrecht Litteratur und Dfeiner Ditertalton und wurde 1844 auf Grund seiner Dissertation De Synaphia et Prosaphiav zum Leltor gür physikalische Chemie ernannt. Schon nach drei Jahren von der Universität zum Professor der Mathematik erwählt, vertauschte er diese Professur 1870 mit der der Experimentalphysik. Von seinen physikalischen Arbeiten ist bemerkenswert die „Schets éeener physiologie etc.o (Utrecht 1849). Diese Schrift behandelt die Lehre vom beweglichen Gleichgewicht der heterogenen sowohl wie der homogenen Atome, enthält auch manches Beachtenswerte aus der Lehre der Wärme. Auf math. Gebiete verfaßte er ein Lehrbuch der Planimetrie. Die größte Bedeutung erlangte B. auf dem Gebiete der Meteorologie. Im J. 1847 ab er die Schrift Changements périodiques de a température dependants du soleil et de la lune etc.„ heraus. Viele Aufsätze in Poggendorffs Annaleno in den Jahren 1848—50, H im Ergänzungsband IV der «Annalendo (Erläuterung einer graph. Methode zur gleichzeitigen Darstellung der Witterungserscheinungen an vielen Orten und Aufforderung der Beobachter, das Sammeln der Beobachtungen an vielen Orten 1 erleichterno) olgten. Bereits 1849 begann er selbst regelmäßige itterungsbeobachtungen in Utrecht anzustellen und auch solche, die er von andern Orten gesammelt hatte, zu publizieren. Infolge dessen wurde 1854 das königl. Niederländische meteorologische Institut in Utrecht errichtet und B. zum Direktor desselben ernannt. Im V 1857 gab er die unter dem Namen des Buijs-Ballotschen Gesetzes bekannt gewordene meteorol. Regel an, welche freilich schon vorher, aber ohne daß B. Kenntnis davon haben konnte, von Coffin und Ferrel in Amerika erkannt worden war. B. Poran dieselbe aber zu⸗ —. in die Praxis zur Vorausbestimmung der indrichtung ein. Dieses Gesetz besagt: Wendet man (auf der nördl. Halbkugel; auf der südl. ist das Verhältnis umgekehrt) dem Winde den Rücken u, so hat man imolge der durch die Umdrehung er Erde inn die Luft ausgeübten Einwirkung die Stelle kleinsten Luftdrucks nicht gerade vor sich; dieselbe liegt vielmehr zur Linken und etwas nach vorn, der größte Luftdruck dagegen zur Rechten und etwas nach hinten. Vom 1. Juni 1860 an wurden auf Grund dieser Regel in den Niederlanden täglich telegraphische Sturmwarnungen ge-Sorif Ausführlicher ist hierüber berichtet in seinem chriftchen Eenige regelen van weerverandering in Nederland brte B. 1860). Zum Zwecke der Sturmsignale führte B. 1868 die von ihm Aêroder Han (s. d.) genannte Vorrichtung ein. Eins der Hauptverdienste B.s liegt in seinem unausgesetzten Hinweis auf die Wichtigkeit gleichförmiger internationaler meteorol. Beobachtungen; in diesem Sinn gab er 1872—73 in Utrecht die «Suggestions on a uniform system of meteorological observationso heraus. Als Direktor des Meteorologischen Instituts in Utrecht hat er bereits 33 Bände des Jahrbuchso, welches in zwei Abteilungen erscheint, herausgegeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 703Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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