FeedBülbül
Recht & StaatBrockhaus 1882

Bülbül, pers. und arab. Name der Nachtigall i lauch Andalib genannt); ihr flötender Gesang wird als ein Klagelied über die Vergänglichkeit alles ! Herrlichen auf Erden aufgefaßt (so in Firdusis l Schahnameh); meist aber ist in der pers. und in der von ihr beeinflußten türk. Dichtung B. oder der Sprosser von Liebe zur hundertblätterigen Rose (Gul-i sadberg) erfüllt, welcher er tausendstimmig (daher sein Name hazär-dastän) seine Sehnsucht klagt, während die Rose in selbstgenügsamem Stolz auf ihrem Blätterthron ihn nicht beachtet; daher identifiziert sich der Dichter als unglücklich Liebender mit dem Sprosser und die spröde Geliebte mit der Rose, und bei der mystischen Auffassung des Verhältnisses der Seele zu Gott ist der Sprosser das Symbol der Seele, die nach Vereinigung mit der in erhabener Ruhe thronenden Gottheit strebt. Endlich gilt die Nachtigall als eine Muse, die der Dichter zu Anfang seines Gedichts um Gelingen anruft, wie er sonst seine eigene Seele, oder die löte anredet, die letztere, weil sie das heilige Intrument der tanzenden Derwische ist, dessen Töne Klagen über die Trennung von dem rohrbewachsenen —α— sind, wie der Dichter über die Trennung der Seele von der Gottheit, die Sonderung. der Individualität vom Allgeist, klagt. Der türk. Gm Kose 1563) verfaßte ein Gedicht von Gül und B. (Rose und Nachtigall), mit einer mystischen Deutung am Schluß l(übersetzt von J. von Hammer, Pest 1834).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 707Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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