Bunzen oder Punzen (frz. poinçons, engl. punches), kleine stählerne Werkzeuge in Form von Stäbchen, deren meist fein polierte Endfläche dem speziellen Zweck entsprechend verschieden geformt it und die, auf das Arbeitsstück gesetzt, mit dem Hammer eingeschlagen werden. Man Duncvi⸗. die B. entweder, um auf dünnem Blech Durchbiegungen zu erzeugen, d. h. Vertiefungen, die auf der Triben Cdelr Seite erhaben erscheinen, also zum Treiben, Ciselieren (s. d.), oder um kleine Vertiefungen auf stärkerm Metall hervorzubringen, wobei das letztere nicht ausgedehnt, sondern nur zusammengedruckt, mithin auf der Rückseite der Form nach nicht verändert wird. Je nach der Gestalt des wirkenden Teils unterscheidet man insbesondere für die Arbeit des Treibens zahlreiche Arten von B., deren wichtigste nachstehend angeführt sind. Der Ziehbunzen dient dazu, die Umrisse einer Zeichnung, überhaupt fortlaufende Linien einzudrücken; das Ende desselben bildet eine durch zwei zusammenstoßende Facetten erzeugte, stumpfwinkelige Kante, die entweder geradlinig oder Cförmig gekrümmt ist; ist diese Kante nicht poliert, so wird das Werkzeug matter ur dchmaler, genannt. Der Lu pferbunzen mit schmaler, der Breite nach konvex gerundeter Fläche wird zur Bildung rinnenartiger Eindrücke, Kannelierungen, benutzt. Der eigentliche Rattbunzen hat eine ovale Fläche, die, mit kleinen unregelmäßigen Spitzen rük bedeckt, rauh gemacht um auf dem Arbeitsstück ein feines Matt, Staubmatt, hervorzubringen und so entweder einzelne Teile der Zeichnung selbst oder den Grund, 9 welchem die glänende Zeichnung hervortritt, gleichmäßig matt erschemen zu lassen. Noch andere Arten sind der Haarbunzen mit fein gestreifter Endfläche, die je nach der beabsichtigten Formgebung 41 viereckig, kreisrund, oval, herzförmig, eben, konvex, konkav oder cylindrisch ausge 11 ist; der Perlenbunzen, dessen Ende eine Höhlung von der Gestalt eines Kugelabschnitts darstellt; der Rosenbunzen mit trichterförmig vertiefter Endfläche, deren jodaß ebento Rand vier bis sechs Kerben enthält, sodaß ebenso viele im Kreise stehende Spitzen oder Ecken vorhanden sind, um den mittlern Teil einer Rosette durch einen einzigen Eindruck zu bilden; der Grainbunzen mit gerader oder wenig konvexer kreisrunder oder ovaler Endfläche, die mit kleinen, halbkugeligen Erhöhungen oder mit gekreuzten erhabenen Linien bedeckt ist. Außerdem werden die B. häufig statt des Grabstichels zur Herstellung von Petschaften, Münzstempeln u. s. w., sowie von Figuren, Ziffern und üchstaben in Metall, insbesondere bei Anfertigung von Stempeln und Matrizen für Erzeugnisse der Schriftgießerei verwendet. Die B. des Graveurs unterscheiden sich von denen des Goldarbeiters dadurch, daß sie nicht bloß einfache Elemente einer Zeichnung, sondern ganze Bestandteile derselben enthalten, die höchst mannigfaltiger Art sein können.