Buononeini oder B ononeini, drei ital. Musiker. Giovanni Maria B., geb. zu Modena um 1640 und daselbst 19. Nov. 1678 gestorben, Schüler von Colonna (s. d.), schrieb Instrumentalstücke, Solokantaten, Madrigale und Kirchenmusik sowie auch ein theoretisches Werk: «Musico pratticos (Bologna 1673, deutsch, Stuttg. 1701). Ein längeres Leben und einen größern Ruhm als er erreichten seine beiden 451935 Mare Antonio B., um 1660 oder etwas später geboren, gest. 8. Juli 1726: doch sind fast sämtliche Zeitangaben über die B. schwankend. Er wurde durch seinen Vater und später durch Colonna gebildet, wandte sich besonders der Bühne zu und komponierte 1697 für Wien seine „Camillas, die als eine der berühmtesten Opern jener bu auf allen ital. Theatern Europas zur Aufführung kam. rreizen, ähnliche Werke enttanden auf den Kunstreisen, die er mit seinem Bruer Giovanni gemeinsam unternahm. Als dieser um 1720 nach London ging, blieb er in Italien und erwarb sich durch seine gedie ene, auch im kunstvollen Kontrapunkt gewandte Meisterschaft überall einen hochgeachteten Namen. Wechselvoller war das Leben seines Bruders: Giovanni Battista B. Derselbe, zu Modena wahrscheinlich 1667 oder 1668 geboren, erhielt mit Redle Bruder musikalische Bildung und schlug auch ie gleiche Richtung ein. Nachdem er in Bologna seine ersten Instrumental⸗ und Kirchenstücke veröffentlicht hatte, begab er sich um 1691 mit seinem ruder nach Wien in kaiserl. Dienste, wahrscheinlich als Gambist, und begründete durch verschiedene Opern seinen Ruf als 0, Al Komponist, z. B. für Wien, teils für ital. Bühnen komponiert. B. war 1703—5 Hofkomponist in Berlin und lieferte Ir unter anderm die Oper Polifemod. Sodann ebte er wieder teils in Wien, teils in Italien, eine Reihe von Opern schreibend, z. B. Endimione1710). Um 1720 folgte er einer Einladung nach ondon, wo er in der Familie Marlborough eine mächtige Stütze fand und durch seine seit 1720 komponierten Opern (3. B. Astarto v, 4 Griselda v, Farnacer, Astianassen) sowie durch Kirchen und Kammerkompositionen sogar mit Händel in Rivalität zu treten vermochte. Bis 1731 erhielt sich sein Ansehen. Dann aber erlitt dasselbe einen vernichtenden Stoß durch die Entdeckung eines von ihm an Lotti Plagiats, indem er das fünsstimmige Madrigal dieses Komponisten In una siepe ombrosas als das seinige ausgab und auch aufführen ließ. Später war B. in Paris und 1748 in Wien, wo er namentlich die Musik für die Festlichkeiten nach dem Aachener ½½ lieferte. In einem 80. Lebensjahre befand er 11. in Venedig, ur die Bühne arbeitend; wahrscheinlich ist er auch in dieser Stadt gestorben. Er und sein Bruder gehören zu den größten ital. Komponisten ihrer Zeit.