Burg, abgeleitet von bergen, wat anch durch jeder durch Pfahlwerk und Wälle, später auch dur-Gräben, Mauern u. s. w. befestigte Plaz. Im besondern versteht man jedoch unter B. solche Baue des Mittelalters, welche die festen Wohnsitze des höhern und niedern Adels bildeten. Entweder waren dieselben im flachen Lande gelegen und erhielten — Hauptstärke durch umfließende Gewässer oder wasserhaltende Gräben (Wasserburgen), oder man errichtete sie, und zwar in der Regel auf einer die Gegend beherrschenden, vorspringenden Höhe (Höhenburgen). Doch hatte ihre Lage im allgemeinen auf ihre Einrichtung keinen Einfluß. Mehr Berücksichtigung verdient der Unterschied zwischen Hofburgen von umfassenderer Anlage und den kleinern Burgställen. Eine vollständig ausgestattete Hofburg war stets von einem Mauer-oder Pfahlwerk (den Zingeln) umschlossen. Durch dasselbe gelangte man mittels einer oder zweier, selten mehrerer Thoreingänge zu dem geräumigen Vorhofe (Zwinger, Zwingelhaf, Zwinl der zwischen den Zingeln und der eigentichen B. befand. Die Thore selbst waren neben oder zwischen niedern, zur Verteidigung des Eingangs bestimmten Türmen angebracht. Ein Teil des Zwingers, der Viehhof, war gewöhnlich von und durch einzelne, in der Umfassungsmauer angebrachte Türme geschützt, aber nach der B. zu offen und, wie überhaupt der ganze Zwinger, von letzterer durch einen Graben gchieden. Bisweilen lag zwischen B. und Vie hof mitteninne noch ein zweiter, durch Gräben abgeschiedener Raum, der zum Buhurdieren und andern ritterlichen Spielen verwendet wurde. Über den zwischen Zwinger und eigentlicher B. befindlichen Graben gelangte man, namentlich bei größern Burganlagen und Wasserburgen, auf einer Zugbrücke (Schiffbrücke, Slagebrücke) unmittelbar zu dem auf einem festen, in den Graben vorspringenden Mauerwerk ruhenden, ein Steingewölbe bildenden Thor (Porte). Über demselben war die Mauer mit Zinnen versehen, hinter welchen sich ein bedeckter, nach dem Innern der B. zu offener Gang (die Wer oder etze) hinzog, um von hier aus durch die Luken (Fenster) der Zinnen mit Armbrüsten schießen oder mit Steinen werfen zu können. Durch die Porte trat der Ankommende entweder unmittelbar in den Burghof oder vorher erst noch in einen zweiten, engern, Em Bur von der Burgmauer, andererseits von den im Burghof befindlichen Gebäuden gebildeten Zwinger. Fand die letztere Einrichtung statt, so gelangte man aus diesem innern Zwinger, der bisweilen jedoch nicht um die ganze B. herumlief oder teilweise, besonders in der Nähe der Frauenwohnungen, in einen Baumgarten umgeschaffen war, durch einen offenen, hallenartigen, mittels Fallgittern (Slegetore) schließbaren Durchgang in den innern Burghof. Von den Gebäuden, die den ned un umgeben, sind der Palas und der Bergfried unstreitig die wichtigsten. Der Palas, mit seinem bunten, weithin schimmernden Dache gewöhnlich die eine Seite des Hofs einnehmend und in den Wohnitzen mächtigerer Dynasten oft für Hunderte von ittern Raum bietend, hatte gewöhnlich zwei Stockwerke. Das gewölbte Parterre enthielt Vorratskammern, Bier⸗ und Weinkeller u. dgl. Darüber befand sich der eigentliche Saal oder Palas, um täglichen geselligen Verkehr bestimmt. Eine Treppe (die Greden) führte aus dem 25 zu dem-Ih hinauf; einige oder mehrere, oft reichgechmückte und von den Burgherren selbst bewohnte Gemächer (Kemenaten) standen mit ihm in unmittelbarer Verbindung. Einen wunderbaren Palasbau beschreibt Wolfram von Eschenbach im „Parcivalo. Nach der ältern, strengern Sitte war den Frauen der freie Zutritt zum Palas nicht gestattet; dieselben bewohnten meist ein eigenes Gebäude des Burghofs, das vorzugsweise die Kemenate genannt wird, aber wenigstens drei Abteilungen, eine für die Herrin nebst ihren nächsten weiblichen Angehörigen, eine für die Dienerinnen und eine dritte (gewöhnlich das Gadem genannt), in welcher die letztern weibliche Arbeiten verrichten, hatte. Außer der immer aus einem besondern Hause bestehenden Küche und mancherlei Vorratshäusern besaß jede B. einen Bergfried (s. d.); auch war in jeder größern B. noch eine Kapelle. Die Verteilung dieser Gebäude in dem Burgraume war von der Lokalität abhängig; ihre Anzahl, Größe, Ausschmückung von der Macht und dem Reichtume des Burgherrn. Der Burg of umfaßte häufig einen kleinen Rasenplatz mit einer oder einigen Linden, denen zunächst sich mehr pu der Brunnen befand. Beschränkter und mehr zusammengebaut waren natürlich, teils wegen der geringern Mittel ihrer Erbauer, teils wegen ihrer beengenden Lage auf Felsen (woher das „Steinv in vielen Burgnamen), die Burgställe. Doch auch ein jeder Burgstall bestand aus einer Umfassungsmauer, einem Palas, einem Frauenhause, einer Küche und dem Bergfried. Da sich aber Palas, Kemenate und Küche leicht in dem Bergfried anbringen ließen, so Naue sich nicht gerade selten B., welche nur aus Rauer und Bergfried bestehen. Verlangte dann die Übersicht der Gegend nicht allzu Habe Turmbauten, so nahmen die Bergfriede ofter die Form turmartiger Steinhäuser an. In manchen Fällen findet sich bei kleinern B. noch ein weiter die shr für den Wächter und das Veries. Wie sehr auch im einzelnen Verschiedenheit der Bildung und des Klimas abändernd wirkten, finden sich do gewisse Übereinstimmungen in er Konstruktion der B. einerseits von Skandinavien bis nach dem südl. Frankreich und Italien, andererseits vom 9. Fahrh. an bis zur Zeit der Rebie meint wo die ohbanten B. allmählich durch ie, vielstöckigen Schloßbauten verdrängt wurden. hund „Leo, aüber Burgenbau und Burgeneinrichngo im Histor. Geschiche v(Opz. 1837); Krieg von Hochfelden, Geschichte der Militärarchitektur in Deutschlandv (Stuttg. 1859); Caumont, KArchieeture cirile et militaire v (3. Aufl., Caen 1869); 1870 „Geschichte der Architektur» (4. Aufl., Opz. O: Cori, (Bau und Einrichtung der deutschen der Havel mit der Elbe er bahn, ist Sitz des Kreislan gerichts und eines Hauptsteueramts, hat ein Gymnasium und eine höhere Töchterschule, ein Hospital und eine gutdotierte Armenkinder-Erziehungsansiste welche 1821 von dem Kaufmann Pieschel getiftet und 1831 eröffnet wurde, und zählt (1880) 15877 E., zum Teil Nachkommen pfälz., und wallon. Kolonisten, weshalb och bis zu Anfan des 19. IHob. in einer der vier Kirchen Gottesdienst franz. Sprache gehalten wurde. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit Tuchfabrikation in 10 großen, mit lon Mut arbeitenden und meist zur Lieferung von Militärtuchen eingerichteten Fabriken; daneben bestehen Spinnereien, Färbereien, zwei Maschinenbauanstalten mit Eifengießereien, mehrere Tabak⸗ und Cigarrenfabriken, zwei Goldleistenfabriken, eine sehr bedeutende Handschuhfabrik, zwei Olfabrilen, mehrere Gerbereien und Leimsiedereien. neuerer Zeit haben sich uuß die Landwirtschaft, die Stärkefabrikation, die Kunst⸗, Handels⸗ und Samengärtnerei bedeutend gehoben. B. ist eine alte Stadt, die urkundlich schon im 10. Jahrh. vorkommt. Ursprünglich zum Erzstift Magdeburg gehörig, kam sie im Prager Frieden 1635 an Kursachsen, 1688 aber an Kurbrandenburg. Vgl. Wolter, ⸗Mitteilungen aus der Geschichte der Stadt B.v (Burg 1881). 9. N Fabrikstadt in der preuß. Provinz Rheinland, Regierungsbezirk Düsseldorf, Kreis Lennep, an der Wupper, mit (1880) 1516 E. bti Stahlhämmer, Gießerei und eine Mucnefe rik, Walzwerk und Papierfabrikation, namentlich aber sind die Bewohner mit der Fabrikation von Decken (jährlich über 60000 in 10 Fabriken) beschäftigt. Die Stadt liegt teils im Thale und teils auf dem Berge. Auf letzterm steht die umfassende Ruine der alten Grafen von Berg, die Neuenburg, welche später ein Sitz der Templer war, und höchst malerisch daneben erhebt sich die kath. Kirche.