FeedBurg (Adam, Freiherr von)
TechnikBrockhaus 1882

Burg (Adam, Freiherr von), namhafter Mathematiker und Technolog, geb. in Wien am 28. Jan. 1797, erlernte zuerst das Tischlerhandwerk und arbeitete dann in der Werkstatt seines Vaters, des vofmaschinisten Anton B. (gest. 1847). Von 1810 is 1813 besuchte er die Architekturabteilung der Akademie der bildenden Künste, von 1815 an den neu eröffneten polytechnischen Kursus; 1820 wurde er provisorisch, im üuathem Jahre definitiv als Assistent der höhern Mathematik am Polytechni⸗ — nstitut Clemreut Nachdem er ein al als rofessor der Clementarmathematik in Salzburg ewirkt, kehrte er 1828 nach Wien zurück, um die rofessur der höhern Mathematik am Polytechnischen Institut zu übernehmen. Im J. 1837 vertauschte er dieselbe mit dem Leh — er Mechanik und Maschinenlehre, welche Wissen chaften er von da an mit ausgezeichnetem Erfolg docierte. Während der J. 1838—41 bereiste er auf Staatskosten Deutschland, die Niederlande, Belgien, die Schweiz, Frankreich, England und Schottland und besuchte die bedeutendsten Mas hen Maschinensa um die Vorzüge der ausländischen Maschinenfabrikation kennen zu lernen. Im J. 1844 wurde er zum Regierungsrat ernannt und von derselben Zeit an war er als Administrationsrat der onau-Dampf-Wonlte Letnoesenschafg thätig. Die Stadt Wien verdankt ihm wichtige Verbesserungen des Feuerlöschwesens, der Wasservers orgung und Gasbeleuchtung, wofür sie ihm 1847 das Ehrenbürgerrecht zuerkannte; ebenso hat er sich um das s tandekommen der Sicherheitsgesetze gegen die Gefahr der Dampfscen Maß⸗ w und um die Einführung des metrischen Maß⸗ und Gewichtssystems verdient gemacht. Seit 1848 war er Mitglied, seit 1879 Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften in Wien. Im J. 1819 erhielt er die Direktion des Polytechnischen Instituts. Als diese Anstalt 1852 militärischer Oberleitung anvertraut wurde, trat er als Sektionsrat ins Handelsministerium ein. Bei den gro⸗ —* Industrieausstellungen war er als Vorsitzender österr. Kommission thätig. Ein hervorragendes Verdienst erwarb er sich ferner um die Gründung des niederösterr. Gewerbevereins, dessen Präsident er 1856 wurde; nach seinem 1870 erfolgten statutenmäßigen Rustritt aus diesem Verein wurde er zum lebenslänglichen Ehrenpräsidenten desselben gewählt. Außerdem war B. Mitglied der Verwaltung der Wechselseitigen Kapitalien⸗ und Rentenversicherungsanstalt sowie der Südlichen Staatseisenbahngesellschaft. Im J. 1850 wurde er in den Ritterstand erhoben, 1863 zum Hofrat ernannt; 1866 erfolgte seine Erhebung in den Freiherrnstand, 1869 seine Berufung als lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses, in welcher Eigenschaft er sich namentlich an der Beratung der Ci im Een en beteiligte. B. starb 1. Febr. 1882 in Wien. 4 olge seiner len ihm fast am Polytechnischen Initut verdanken ihm fast alle jüngern Ingenieure, aschinenbauer und Mechaniker des österr. Staates ihre Ausbildung. Von seinen rs dieseh schriftstellerischen Arbeiten haben besonders die Lehrbücher auch außerhalb Osterreichs günstige Aufnahme gefunden. Vorzüglich erwähnenswert sind: «Anfangsgründe der analytischen Geometries (Wien 1824); „Handbuch der geradlinigen und sphärischen Trionometries (Wien 1826), «Auflösung algebraischer leichungen »(Wien 1827), „Ausführliches Lehrbuch der höhern Mathematik mit besonderer Rückcht auf die Zwecke des praktischen Lebenso (3 Bde., zien 1832—33), „Kompendium der höhern Mathematiko (Wien 1836; 3. Aufl. 1859), 4Kompendium der populären Mechanik und Maschinenlehrer (Wien 1846; 3. Aufl. 1856; Supplemente dazu, 1850, 2. Aufl. 1863); ferner das für Oberrealschulen bestimmte »Lehrbuch der Maschinenlehres (Wien 1855; italienisch von G. Bellavitis ien 1859; Supplemente 2. Aufl. 1863) und liber die Wirtsamkeit der 1. bei Dampfkesselno (Wien 1862) u. s. w.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 739Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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