Burgkmair, eine im 15. und 16. Bende zu Augsburg durch mehrere Geschlechter blühende Künstlerfamilie, deren Stifter, Thomas B., im Gerechtigkeitsbuch der augsburger Maler zuerst 1460 vorkommt. Derselbe war Schwiegervater des ältern Holbein und starb 1523. — Sein Sohn Hans B. der Altere, geb. 1472, gest. 1531, ragt sowohl dur außerordentliche Fruchtbarkeit wie dur Trefflichkeit seiner Leistungen unter den besten Meistern seiner Zeit hervor. Er erlernte die Kunst vom Vater, ich in nahen Beziehungen zu A. Dürer, bildete ich jedoch zu vollkommener Selbständi leit aus. Seine Kunstweise ging mehr auf derbe Charakteristik als auf ideale Formenbildung. In seinen sämtlichen Werken überrascht er aber durch Unmittelbarkeit des Lebens, Freiheit der Zeichnung, Kraft des Vortrags und Manni faltigkeit der Motive. Seine Arbeiten, namentlich zune zahlreichen Holzschnitte, sind treffliche Kunstwerke und zugleich ein treuer Spiegel des Lebens in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. Durchweg zeigt er sich aber bereits dem mittelalterlichen Stile der Heimat entfremdet und erscheint bereits als ein Repräsentant der Renaislung in Deutschland. In der lasierenden Behandung der Farben hat er vieles mit A. Dürer und dem ältern 1½ gemein. Ein sehr reiches Bild dieses teisters von 1501, der sog. Rosenkranz, befindet e in der königl. Galerie zu Augsburg, ebenso die Darstellung der drei Hauptkirchen Roms, der Lateran⸗, der Peterskirche und der Kirche Sta.⸗ Croce. Außerdem befindet sich von ihm ein schönes Gemälde aus dem J. 1505 in der Moritzkapelle 1 Nürnberg: Kaiser Konstantin und St. Sebatian unter reichverziertem Portal. In Nürnberg sind auch zwei seiner bedeutendsten Marienbilder, darunter die liebliche Madonna unter dem Baume in der Moritzkapelle. In der Pinakothek zu Munchen ragt unter seinen Werken ein großes Bild, Johannes auf Patmos, hervor. Bilder von außerordentlicher Energie sind die zwei kolossalen Flügelthüren der Orgel in der St. Annenkirche zu Augsburg vom J. 1512. Treffliche Porträts von B.s Hand sind in verschiedenen Sammlungen zerstreut. So finden sich in Wien die Miniaturen zu dem großen Triumphzuge Kaiser Maximilians I. Unter seinen Holzschnitten nimmt eben dieser Triumphzug den ersten Rang ein, den er zu diesem Zwecke ganz umarbeitete und verbessert auf etwa 135 Platten übertrug. Nicht weniger bedeutend sind die Holzschnitte zu desselben Kaisers »Weißkunige, gegen 240 Blatter, sowie die österr. Heiligen, in mehr als 150 Abbildungen. Die meisten dieser Holzstöcke haben sich erhalten und sind gegen Ende des 18. Jahrh. von A. Bartsch in Wien wieder abgedruckt worden. — Seine Soöhne, Friedrich und Dans B., waren ebenfalls Maler, doch weniger bedeutend als der Vater. Von Hans B., welcher noch in einer Urkunde von 1559 vorkommt, ruhrt ein gemaltes Turnierbuch im Besitz des Fursten von Hohenzollern-Sigmaringen her.