Holbein, um d Künstlerfamilie, deren Ahn-Loh⸗ Michael um die Mitte des 15. Jahrh. als ohgerber zu Augsburg lebte. Seine beiden Söhne, Hans und Sigmund, wurden Maler; ihre Lehrer sind unbekannt. Der erstere, im Unterschiede zu seinem gleichnamigen berühmten Sohne, Hans H. der Altere genannt, war der bedeutendere. Hans H. der Altere (geb. um 1460 zu Augsburg, gest. 1524 daselbst) hat manche so trerffliche Werke geliefert, daß man bisher geneigt war, sie dem jüngern Hans H. zuzuschreiben. Das älteste datierte Zeugnis seiner Kunst sind vier Bilder aus dem Leben der Maria, Altarflügel, 1493 für die Reichsabtei Weingarten Serrelben jetzt im Dome zu Augsburg aufgestellt. Derselben Zeit gehört ein kleines, miniaturartig ausgeführtes Bild, eine thronende Maria in der Moritzkapelle zu Nürnberg, an, welches nebst den erstgenannten unverkennbar den Einfluß der Niederländischen Schule der van Eyck aufweist. Ein ähnlich ausgeführtes Madonnenbildchen auf der Burg zu Nürnberg trägt vor dem Familiennamen des Verfertigers ein 8§ und 138055 deshalb dem jüngern Bruder Sigmund angehören. Die wichtigsten Arbeiten führte Hans H. der Altere für das Katharinenkloster zu Augsburg aus, welches, aoeu⸗ in das städtische Museum verwandelt, dieelben noch bewahrt. Ein großes Altarwerk vollendete er 1506 für die Dominikanerkirche zu Frankfurt a. M., ein anderes für das Kloster Kaisheim bei Donauwörth, 1502, u. s. w., in welchen allen er sich im Beiwerke der Renaissance zuwendet und einen charakterwahren, lebendigen Naturalismus zum Vortrag bringt, der eine gewisse Neigung zum Genrehaften offenbart, aber auch der Anmut und Hoheit nicht entbehrt. Am sichtbarsten treten die Eigentümlichkeiten seiner Kunst in seinem besten Werke, dem Sebastiansaltare in der münchener —— hervor. Sehr bedeutend war der ältere ans H. bereits auch als Porträtmaler. Auf einem der augsburger Bilder (die Paulskirche) hat er sich mit seinen beiden Söhnen angebracht. Ein höchst charakteristisches Selbstporträt in Silberstiftzeichnung besitzt der Herzog von Aumale. Skizzenbücher, in welche er in ähnlicher Weise Personen seiner Bekanntschaft afel seinen Bruder einzeichnete, befinden sich zu Basel und gewähren den interessantesten Einblick in die geistige Physiognomit jener Zeit. Sie sind in Lichtdruck herausgegeben (Nürnberg). wohl H. viel beschäftigt gewesen zu sein scheint, starb er doch in ungeordneten Verhältnissen. Sein Bruder Sigmund siedelte nach Bern über, wo er 1540 starb.