Burke (Edmund), berühmter engl. Staatsmann und Redner, geb. 1. Jan. 1730 zu Dublin, wo sein Vater Sachwalter war, erhielt seine 4* Erziehung durch einen Quäker, Abr. Shackleton, besuchte dann das Trinity-College zu Dublin und studierte seit 1750 zu London die Rechte. Sein erstes Werk war die Vindication of natural societys (1756), die er als ein nachgelassenes Werk Bolingbroles erausgab, 27• Stil und Manier er meisterhaft nachgeahmt hat. Seine Absicht war, zu zeigen, daß mit denselben Gründen, mit welchen Bolingbroke die Religion angegriffen, sich alle bürgerlichen und polit. Einrichtungen angreifen ließen. Bald darauf erschien seine Schrift: Philosophical inquiry into the origin of our ideas of the sublime and beautifub (Lond. 1757). Die Ansichten, die er in dieser Schrift über den Grund des melte, haben an dem Erhabenen und Schönen aufstellte, haben auch auf Kants ästhetische Forschungen gewirkt. Seit 1758 gab er das Annual Registero heraus und nahm, um sich zum Redner auszubilden, bei Garrick Unterricht in der Deklamation. Er ward 1761 vom Grafen Halifar, Lord-Lieutenant von Irland, zu dessen Privatsekretär ernannt, 1765 in derselben Eigenschaft beim Marquis von ++παν erstem Lord der Schatzkammer, angestellt und gleichzeitig als Abgeordneter des Fleckens Wendover ins Parlament gewählt. Damals begannen die Verwirrungen mit Amerika die Nation zu beschäftigen. B. sprach in seiner ersten Rede, 14. Jan. 1766, Gafa die Stempeltaxe und erwarb sich dadurch den eifall Pitts. Seinem Vorschlag gemäß ward die Stempeltaxe zurückgenommen, wenn auch mit der Erklärung, daß Großbritannien das Recht habe, die Kolonien zu besteuern. Nach der Auflösung des Ministeriums Rockingham schrieb B. & short account of a late short administrationo (1766) und trat nun zur Opposition über. Er focht energisch egen die Verletzung des Wahlrechts und gab die füs die Geschichte seiner polit. *+ wichtige Schrift Thoughts on the cause of the present discontentso (1773) heraus, worin er seine Ansichten über die engl. Verfassung darlegte und alles Unheil im 6 —.—— Leben dem Versuche zuschrieb, durch heimlichen Einfluß zu regieren. Sein Rednertalent war damals auf seiner Höhe. Die Stadt Bristol wählte ihn 1774 zu ihrem Repräsentanten; und jetzt schloß sich ihm auch For an und ward sein Schüler. Am 22. März 1775 legte B. dem Parlament die 13 berühmten Vorschläge zur Aussöhnung mit Amerika vor. Allein der Krieg war schon eine 9696 des Volks geworden, und B. verlor durch seine Haltung in dieser Frage an Popularität, ebenso wie durch seinen Antrag, den Irländern freien Handel und den Katholiken mildere Gesetze zu gewähren. Als 1782 Rockingham mit seiner ganzen Partei wieder ins Ministerium trat, wurde B. Generalzahlmeister der Armee und kam in den Geheimen Rat. Der Tod Rockinghams löste das Ministerium auf, dessen Seele B. gewesen, obgleich seine administrativen Talente seinen Rednergaben nachstanden. Der neue Minister Lord Shelburne machte indes bald der sog. Koalition Platz, zu welcher B. den Plan entworfen hatte, die aber Fox' ostind. Bill bald wieder sprengte. Inzwischen war B. auch als Ankläger gegen Warren Hastings' (s. d.) Erpressungen in Indien aufgetreten; und wenn die Leidenschaftlichkeit und Kraft seiner Angriffe auch nicht dessen Verurteilung, die Hastings durch seine ind. Reichtümer abzulenken wußte, bewirkte, so waren sie für Hastings' Ruf doch vernichtend. Bei Gelegenheit der Regentschaftsbill, 1788, erklärte er sich nochmals mit großer Entschiedenheit gegen die Minister, aber mit Ausbruch der Framzösischen Revolution gab er die unbedingte Opposition auf. Während Fox einem Bündnis mit Frankrei das Wort redete, ward B. der unversöhnliche Gegner des revolutionären Frankreich, in dem er nicht bloß den Feind Englands, sondern aller staatlichen und sozialen Ordnung bekämpfte. Seine 4Retlections on the Revolution in Francen (Okt. 1790; deutsch von Gentz, 2 Bde., Berl. 1793) verschafften dieser Auffassung in England weitesten Boden. Er ging jetzt ganz zur Regierungspartei über, nahm von Georg III. eine Pension von 2500 Pfd. St. an, zog sich aber 1794 aus dem Parlament zurück und starb auf seinem Landsitz bei Beaconsfield 8. Juli 1797. In seiner letzten Schrift: Thoughts on a regicidée peaceo (1796), drang er mit ungeschwächter Kraft und Leidenschaft auf die Fortsetzung des Kampfs gegen die Revolution. Eine vollständige Sammlung seiner zahlreichen Schriften wurde von Lord Fitzwilliam und Sir R. Bourke herausgegeben (Works and correspondence of B.v, 20 Bde., Lond. 1826 —44). Seine Reden erschienen unter dem Titel: «Speeches of Edmund B.) (4 Bde., Lond. 1816). Vgl. James Prior, Memoir on the life and character of B.o 2 Bde., Lond. 1824; 4. Aufl. 1854); Macknight, Life and times of B. (3 Bde., Lond. 1861); Morley, dmund B. A historical stud „(Lond. 1867). urke (Sir John Bernard), m1 Genealog und Heraldiker, stammt aus einer alten in der Grafschaft Tipperary ansässigen irischen Familie. Sein Vater John B. (gest. 27. März 1848) siedelte nach London über und wurde dort der Begründer und erste Herausgeber des nach ihm benannten berühmten Werks uüber die engl. Peerage, Baronetage and Knightages (Lond. 1831), dessen Ausarbeitung später von dem Sohne Londof etzt wurde. John Bernard B., geb. 1815 in ondon, empfing seine Erziehung in dem College de Caen in der Normandie. Im J. 1839 zugleich mit seinem ältern Bruder Peter an die Barre des Temple in London berufen, widmete er sich doch nicht wie jener der juristischen Praxis, s ondern nahm vorzugsweise an den geneglog.⸗heraldischen Arbeiten seines Baters Anteil. Nach des letztern Tode fiel die Redaction der Peeragey ihm ausschließlich zu und in jährlich wiederholten Auflagen wurde diese seitdem, nach allen Seiten ergänzt und berichtigt, ein Musterwerk, das den höhern Gesellschaftskreisen, wie Den Politiker und Historiker, unentbehrlich ist. Zur Anerkennung seiner Verdienste wurde B. 1853 zum Wappenkönig von Ulster ernannt und 1854 in den Ritterstand erhoben. Außer jenem Hauptwerk erschien von ihm noch eine lange Reihe zum Teil schon von Emangakerln begonnener und durch Gründlichkeit, Genauigkeit und ühersichtlichkeit ausgezeichneter borenr . und heraldischer Arbeiten. Dahin geören: A history of the dormant abeyant and extinct peerages of the British Empiren (1841; neue Aufl. 1866); „A genealogical and heraldic dictionary of the landed gentry⸗ (1843; 5. Aufl. 1870); Anecdotes of the aristocracys (1849); Family romance, or episodes in the domestic annals of the aristocracys (1853; 3. Aufl. 1860); 4Book of the orders of knighthoode (1858); The general armory of England, Scotland. Ireland and Wales (1878) und Book of precedence (1881).