FeedBuridan (Joh.)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Buridan (Joh.), ein —7 ˙ Philosoph der nominalistischen Richtung, geb. zu Bethune in der Grafschaft Artois zu Anfang des 14. Jahrh., studierte zu Paris unter Occam und ward daselbst Lehrer der Philosophie und 1327 Rektor der Universität. Aus unbekannter Veranlassung oder, wie einige meinen, wegen seines vertrauten Verhältnisses zur Königin Nulter v. der Gemahlin Philipps des Schönen, soll er von Paris nach Wien be Wen sein und dort Veranlassung zur Stiftung er Universität gegeben haben. Zu den verdienstlichsten unter seinen Schriften gehören die Erklärungen des Aristoteles. In seiner Logik bemühte er sch die dusn des Mittelbegriffs in den Schluffen zu erleichtern 7½ Regeln, die man die Eselsbrücke nannte. Unter Buridans Esel versteht man das Beispiel, welches B., der sich zum Determinismus (s. d.) hinneigte, insofern er annahm, daß keine Handlung möglich sei, sobald nicht der Wille durch entscheidende Motive zum Handeln bestimmt werde, zur Erläuterung dieser seiner Ant gebraucht haben soll. Er soll nämlich gefragt aben: Was wird ein Esel thun, der, von Hunger equält, sich in gleichem Abstande zwischen zwei Bandeln Heu von gleicher Größe und er heit in der Mitte findet, von beiden aber gleich tark angezogen wird? Worauf die Antwort war: Er wird verhungern. Jedoch ist dieses Gleichnis, nach welchem man in seinen Schriften vergeblich gesucht B alter als B.; es findet sich im Aristotelischen uche Vom Himmelyp (II, 14) und bei Dante im 4. Gesang des «Paradieso. B. starb nach 1350.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 752Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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