FeedBurtscheid
ErdkundeBrockhaus 1882

Burtscheid, Stadt im preuß. Regierungsbezirk und Kreise Aachen, mit der Stadt Aachen (s. d.) durch die 24 m breite und Ikm +1 schöne Kurbrunnenstraße Inio wie Aae end, zählt (1880) 10 989 C. und hat ebenso wie achen berühmte Heilquellen und Woll⸗ und Baumwollspinnereien, große Fabriken für Tuch⸗ und Nadelwaren, Färbereien, Eisengießereien und Brauereien. Der Ort entstand im 7. Jahrh. aus einer kirchlichen Stiftung durch Chlodulf, Bischof zu Metz und Oheim Pipins II. Im J. 973 wurde daselbst von Gregor, Sohn des griech. Kaisers Nikephoros Phokas und Schwager Ottos II., ein Benediktinerkloster gegründet, an welches Kaiser Heinrich II. das angrenzende Land verschenkte. So bildete sich die Abtei und Herrschafto B., welche bader Anfang des 13. Jahrh. an eine reichsunmittelare Abtissin kam. Letztere siedelte unter Erzbischof Engelbert von Köln 1222 mit dem adeligen Nonnenkloster des St. Salvatorbergs bei Aachen nach B. über. Die Mineralquellen B.s werden, wie die in Aachen, in die obern und untern geschieden, zeien aber in Bezug auf Temperatur größere Verschiedenheit. Die obern haben eine Temperatur von mehr als 70 C. Die Heiße Steinquelle mit 74,5 C. ist die heißeste von ganz Mitteleuropa. Nur die untern Quellen und der Viktoria-Trinkbrunnen (60 C.) sind unverkennbar schwefelwassertoffhaltig, doch weniger schwefelhaltig als die Kaierquelle in Aachen. Die übrigen Thermen Bis sind alkalische Kochsalzwässer, einige auch Stahlquellen. Der Bäderbetrieb ist ein sehr lebhafter und dauert ununterbrochen das ganze Jahr hindurch. Vgl. Quir, „Stadt B.» (Aachen 1832); derselbe, „Geschichte der Reichsabtei B.s (Aachen 1834); Lersch, „Die burtscheider Thermen» (Aachen 1862).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 765Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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