Busbecg (Augier Ghislain de), österr. Diplomat und Schriftsteller, geb. 1522 zu Comines in Flandern, der natürliche Sohn eines Edelmanns dieses Namens, aber von Karl V. legitimiert, bete die berühmtesten Universitäten Flanderns, rankreichs und Italiens und begleitete 1554 die Hand des röm. Königs Ferdinand nach England. Schon im Jahre darauf sandte ihn der König Ferdinand zur Vermittelung des Friedens an den Sultan Soliman II. nach Amasia, den er aber bloß zu einem sechsmonatlichen Waffenstillstande zu bewegen vermochte. Wichtigere Dienste leistete er nachher, wo er als Gesandter bei der Pforte nach Konstantinopel ging. Namentlich sammelte er auch während seines ufenthalts in der Türkei zahlreiche griech. Inschriften, unter andern zu Angora (s. d.) das erühmte NMonumentum Ancyranum und über 100 griech. Handschriften, die er später der Bibliothek zu Wien schenkte. Im J. 1562 von seinem Posten in Denrer Rudolt abberufen, übertrug ihm später Kaiser Rudolf II. den Gefandtschaftsposten zu Paris. Als er der Unruhen wegen nach Flandern geflüchtet, wurde er 1592 auf der Rückreise von einer Partei Liguisten angefallen. Zwar ließen ihn dieselben, sobald sie seine Pässe Eirock ungekränkt ziehen: allein der verursachte Schrecken zog ihm ein heftiges Fieber zu, an welchem er wenige. Tage darauf,‚ 28. Okt. 1592, auf dem Schlosse aillot bei Rouen starb. Wir besitzen von ihm zwei wichtige Werke: Itineraria, Constantinopolitanum et Amasianum, et de re militari contra Turcas instituenda consilium- (Antw. 1582), später unter dem Titel Legationis Turcicae epistolae quatuoro (Par. 1589 u. öfter), worin er Wicch und Macht und Schwäche der Pforte grundlich und bundig auseinandersetzte, und HEpistolae ad Rudolphum II. imperatorem e Gaslia seriptae (herausg. von Houwaert, Brüss. 1632), die für die Geschichte der damaligen Zeit uberaus wichtig sind. Seine „Omnia quae exstant operap erschienen zu Leiden 1633 und Basel 1740. Sein Stil ist rein, anziehend und schmucklos.