Butt (Isaak), irischer Politiker, geb. 6. Sept. 1813 als Sohn eines Tanoplar in d engl. Hochkirche in Irland, in Stranovlar in der Grafschaft Donegal. Von mütterlicher Seite war er verwandt mit George Berkeley, dem durch seine Idealphiloophie berühmten Bischof von Cloyne. Nachdem er eine Studien in dem Trinity College in Dublin mit Auszeichnung beendet und seit 1833 an der Leitung des Dublin University Magazinen teilgenommen hatte, erlangte er schon 1836 in Dublin eine Professur der Nationalökonomie und wurde 1838 ebendaselbst an die Barre berufen. Durch seine rednerischen Talente und Aroßen Pru juristischen Kenntnisse schnell zu einer großen Praxis gelangt, nahm er zugleich als konservativ-protestantisch gesinnter Gegner O'Connells hervorragenden Anteil an den politischen Bewegungen jener Jahre und gründete zur der Interessen seiner Partei die Zeitschrift cThe Protestant Guardianv. Im 1840 erschien er als Abgeordneter der Bürgerchaft von Dublin vor dem Oberhause in London, um gegen die beabsichtigte Reform der städtischen Korporationen in Irland zu plaidieren, wurde dann selbst in den dubliner Stadtrat gewählt und belämpfte in dieser Stellung mit ebenso viel Eifer als Talent die Repealagitation O'Connells. Im . 1844 iber Queen's Counsel befördert machte er die erste liberale Schwenkung seiner Politik, indem er 1848 als einer der Verteidiger Smith OBriens fungierte, der mnefla⸗ eines Aufstandsversuchs des Ho hverrats angeklagt war. Seine parlamentarische Laufbahn begann B. 1852 als gemäßigt liberales ½7 für den irischen Wahlflecken Houghal. Seine vie 11 Kenntnisse, seine erprobte Beredsamkeit sowoh als die Maäßigung, die er mit seinem unzweifelhaften iris chen Patriotismus zu vereinigen wußte, sicherten ihm Einfluß im Unterhause. Dennoch dauerte es lange, ehe er als Parteiführer zur Geltung gelangte. Obgleich er 1865 die fenischen Gefangenen verteidigte, belämpfte er noch 1868 als Protestant die Abschaffung der irischen Staatswahre und der Verdruß über diese große Reformmaßregel war es, der in den Kreisen der irischen Protestanten den ersten Anstoß gab zu der Bildung der Home-Rule-Partei, welche später unter B.s Leitung den vorgeschrittenen Nationalisten aus der Schule O Connells die Hand reichte. Mit seinen alten Wählern zerfallen, wurde B. 1871 zum Parlamentsmitglied für Limerick gewählt und diente vpon nun an den Beschwerden und Hoffnungen der elang Patrioten als Hauptorgan. Im J. 187² gelang es ihm, die gemäßigten wie die entschiedegern irischen Parteien unter dem Banner der 11 die Home-Rulers sich damals unter B.s Einefluß auf der Grundlage der Forderung eines Föderrativverhältnisses Irlands zu England vereinigt. In diesem Sinne brachte B. während der Session fvon 1874 seinen ersten Home-Rule-Antrag vors rParlament. Allein die Gegensätze der Ansichten 1zwischen den gemäßigten und den revolutionären Parteimännern waren zu groß, als daß ihr Zusammengehen auf die Dauer möglich gewesen wäre. Zuerst sagten manche Konservative und Protestanten sich von der Liga los. In der Session von 1877 begann der Abfall der Revolutionäre unter der Führerschaft Parnells und Biggars, die der Forderung eines Föderativverhältnisses die völlige tLostrennung und Unabhängigkeit Irlands gegenüberstellten. Die persönliche Autorität B.s und seine Drohung, sich von der Liga zurückzuziehen, verhütete noch eine Zeit lang einen vollständigen Bruch, aber sein Tod beschleunigte nur ein Resultat, das unter den Umständen * oder später unvermeidlich war. Er starb 5. Mai 1879. Von ihm erschien eine History of Italyo (1860) und 4A practical treatise on the new Landlord and Tenant Acty (1870).