FeedByström (Johan Niklas)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Byström (Johan Niklas), berühmter schwed. Bildhauer, wurde 18. Dez. 1783 zu Wummn in der Provinz Wermland geboren. Er war an angs von seinen Eltern zum Handelsstand bestimmt und konnte erst nach dem Tode derselben seiner Neigung zur bildenden Kunst bolm se in welcher Masreliez und Sergell zu Stockholm seine Lehrer waren. Im J. 1809 erhielt B. den Preis von der Akademie und konnte nun 1810 nach Rom gehen, von wo aus er bald als erste Arbeit eine liegende trunkene Bacchantin in halber Lebensgröße nach Schweden schickte. Er wiederholte dieses Werk, welches seinen Ruf beründete, später dreimal. Sergell hatte seinen Lieblingsschüler für den würdigsten Nachfolger erklärt und bewirkt, daß die Wohnung und Werkstatt, welche er auf Kosten der Regierung für sich erbaut und eingerichtet, B. zugesichert wurde. Dieser kam deshalb nach dem Tode des Meisters 1816 nach Stockholm und überraschte zugleich den Kronprinzen mit dessen Porträtstatue in kolossaler Größe, die er bis auf das Haupt schon in Rom vollendet. wurde nun zum Professor ernannt und ihm die Anfertigung der kolossalen Marmorstatuen der Könige Karl X., XI., XII. übertragen. Zu dem Zwecke ging B. nach Rom zurück, wo er bis 1821 blieb und wohin er auch stets nach kurzen Besuchen in der Heimat wieder zurückkehrte. Erst seit 1838 lebte er Stockholm, wo er sich im Tiergarten eine schöne illa erbaut hatte. Doch wandte er sich 1844 abermals nach Rom und starb hier 13. März 1848. Unter seinen zahlreichen Statuen, Büsten und Basreliefs sind noch besonders hervorzuheben: ein berauschter Amor, der die Attribute des Bacchus gestohlen hat; eine Nymphe, die ins Bad geht; eine ruhende Juno, den jungen Herkules säugend; Apollo als Zitherspieler; Hygiea; eine Pandora, ihr Haar kämmend; eine Tänzerin, e Beum badende Mädchen, Hebe, Euterpe, Hero, die Bellmann-Buste im Tiergarten und die Statue Linnées für das Auditorium im Botanischen Garten zu Upsala. Ferner arbeitete er für die Domkirche zu Linköping einen Christus nebst Glaube, Liebe und Hoffnung. Von kolossalen Königsstatuen folgten noch diejenigen Karls XIII., Gustav II. Adolfs sowie Karl XIV. Johanns, von denen die erste den Hauptplatz zu Stockholm, die letztern beiden den Reichssaal des königl. Schlosses ieren. B. arbeitete mit rastlosem Fleiße und schuf dabei mit großer Leichtigkeit. Am besten gelangen ihm die anmutigen und lebensfris chen Formen weiblcher und kindlicher Figuren, während seine männlichen Gestalten mitunter der Kraft der Charakteristik entbehren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 792Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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