FeedBrugger (Friedr.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Brugger (Friedr.), ausgezeichneter Bildhauer geb. 13. Jan. 1815 zu München, wurde dur Schwanthaler namentlich auf die Antike hingeleitet. Nachdem er mehrere Jahre auf der münchener Akademie studiert, hielt er sich 1841 —43 in Italien auf. Von seinen in Rom entstandenen ersten Werken sind ein jugendlicher Theseus, den das aufgefundene Schwert des Vaters erfreut, und ein Relief, Odysseus bei Kalypso, zu nennen. Bald nach seiner Rückkehr nach München trug ihm König Ludwig J. mehrere Marmorbüsten für die Ruhmeshalle, dann eine Reihe kolossaler Statuen in Bronze auf: Gluck für München (1848), Hans Jakob Fugger für Augsburg (1857), Ludwig der Reiche für Landshut, Kurfürst Max Emanuel für München, Feldmarschall Wrede für Heidelberg. Auch fertigte B. die Bavaria mit ihrem Löwenwagen für das Siegesthor in München und das Grabdenkmal des Geschichtschreibers Johannes von Müller in Kassel. Zu sieben Marder Außent von Fachgenossen, die in den Nischen der Außenwand der Glyptothek stehen (Peter Vischer, Ghiberti, Donatello, Benvenuto Cellini, Tenerani, Gibson und Schwanthaler), lieferte er die Modelle. Unter König Max II. fertigte B. die bronzenen Statuen von Schelling und die des Monarchen selbst im Auftrage des Magistrats von Bayreuth. In christl. Motiven versuchte er sich durch einen Christus am Kreuze und eine Gruppe, die den Versucher neben dem Heiland Mit ue zwei Werke von ediegener ersseboch 5 it besonderer Vorliebe behandelte er jedoch ◻rU N3 aus der Mythe der Griechen, und es gelang ihm, hierbei zu einer glücklichen Durchdringung einer naturalistischen Dartellung mit antikem Form⸗ und Stilgefühl zu gelangen. Als die hauptsächlichsten sind zu nennen: Penelope, in schmerzlich-sehnsüchtige Gedanken an ihren Gemahl versenkt; Chiron, den jungen Achill in der Musik unterrichtend; der verbannte Sdipus, von Antigone teilnahmvoll begleitet; Bacchus, auf einen Zugend gestützt, in Lebensfülle und kraftvoller Jugendschönheit; Frauen, die mit Panthern spielen. uftrage der Okonomisch-Agronomichen Gesellschaft für Südrußland fertigte B. eine orträtstatue des Feldmarschalls Fürsten Michael Woronzow für Odessa in Kolossalgröße in Bronze und besuchte, als das Werk im Herbst 1863 zu Stande gebracht war, die Krim, wandte sich dann über Konstantinopel nach Athen und reiste über Sicilien, Neapel und Rom wieder zurück. Nachdem B. 1869 seinen Dädalus und Ikarus vollendet, starb er 9. April 1870 in München.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 615Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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