Calderãri, d. Kesselschmiede, nannte sich eine geheime polit. Gesellschaft in Italien, welche sich zum Zweck setzte, den Carbonari (s. d.) entgegenzuarbeiten. Sie hatte ihren Sitz vornehmlich im Königreiche Neapel und soll, nach Graf Orlow in seinen „Mémoires sur le royaume de Naples, gegen Ende 1813 aus den Carbonari entstanden und als erbitterte Feinde derselben nach der Rückkehr des Königs Ferdinand nach Neapel vom Fürsten Canosa als Polizeiminister begünstigt worden sein, um jene desto wirksamer zu bekämpfen. —* Canosas Angaben dagegen in der anonymen Schrift 4I pifferi di montagnay (Dublin 1820) entstanden die C. nicht in Neapel, sondern in Palermo. Als nämlich hier durch Lord Bentinck die Zünfte aufgehoben wurden, erregte dies große Unzufriedenheit, und namentlich waren es die Kesselschmiede, welche der Königin Karoline 8 Bereitwilligkeit erklären ließen, gegen die engl. Herrschaft die Waffen zu ergreifen. Bentinck ließ die Führer der Bewegung nach Neapel übersetzen, wo sie sich den geheimen Verbindungen gegen Murat anschlossen. Nach 1816 sind die C. verschwunden. Caldéron (Don Pedro) de la Barca Barreda, Gonzalez de Henao Ruiz de Blasco y Riaño, einer der größten dramatischen Dichter Spaniens, geb. zu Madrid 17. Jan. 1600, aus einem altadeligen Geadt se erhielt im Jesuitenkollegium seiner Vatertadt seine erste Bildung und studierte zu Salamanca Geschichte, Mathematik, Philosophie und die Rechte, entgegen den Wünschen der Mutter, welche ihn dem Priesterstande weihen wollte. Sein poetisches Genie hatte sich früh entwickelt; schon vor seinem 13. Jahre schrieb er das Schauspiel EI carro del cièelos; zu einem ersten vpie er selt Auftreten als Dichter veranlaßte ihn, wie er selbst bekennt, der ganz prosaische Wunsch, einen in Geld bestehenden Preis bei einem Wettstreit (Beatificacion de San-Isidro 1620) zu gewinnen. Sein Talent und sein reicher Erfindungsgeist für festliche Veranstaltungen erwarben ihm bald Freunde und Gönner. Als er Salamanca verlassen hatte, um 1619 in Madrid Hofdienste zu suchen, nahmen sich mehrere Große des jungen Dichters an. Er trat 1625 aus besonderer Neigung in den Soldatenstand und diente in Mailand und den Niederlanden mit Auszeichnung, bis ihn 1635 Philipp IV. an den Hof zurückberief und ihm die Entwürfe zu den Hoffeierlichkeiten, insbesondere die Verfertigung der Schauspiele für das Hoftheater übertrug. Im folgenden Jahre zum Ritter des Ordens Santiago ernannt, nahm er teil an dem Feldzuge in Catalonien. Der 1641 abgeschlossene Friede gab ihn der Dichtkunst zurück. Der König verlieh ihm hierauf eine Pension, wußte sein Talent ununterbrochen für Theater und Kirche in Thätigkeit zu erhalten und scheute keine Kosten, um seine Stücke mit allem Pomp aufführen zu lassen. C. erhielt 1651 von dem Ordenskapitel die Erlaubnis, in den geistlichen Stand zu treten, und 1653 eine der Kaplanstellen an der erzbischöfl. Kirche zu Toledo. Da ihn jedoch diese Stelle zu weit vom Hofe entfernte, so wurde ihm 1663 mit Beibehaltung seiner bisherigen noch eine andere Stelle an der königl. Hofkapelle und zugleich eine auf die Einkünfte von Sicilien angewiesene Pension zuteil. In demselben Jahre ward er als Priester in die Brüderschaft von San-Pedro aufgenommen und kurz vor seinem Tode 1681 von ihr zum Capellan-Mayor erwählt. Sein Ruf vergrößerte auch seine Einkünfte: von den angesehensten Städten Spaniens, Madrid, Toledo, Sevilla und Granada, ward er um Abfassung der im ganzen Lande beim Volke beliebten Autos sacramentales ch derahlt wurden ersucht, welche ihm ansehnich bezahlt wurden. Auf Abfassung derselben wendete er, seitdem er in den geistlichen Stand getreten war, 37 Jahre lang vorzüglichen Fleiß, und in der That verdunkelte er alles, was die an Stücken dieser Art so reiche Litteratur Spaniens bis dahin aufzuweisen hatte. Er starb 25. Mai 1681 und vermachte sein bedeutendes Vermögen der Brüderschaft von San-Pedro, die ihm aus Dankbarkeit ein prächtiges Denkmal in der Pfarrkirche von San-Salvador in Madrid setzen ließ. Eine andere sitzende Bronzestatue wurde 3. Jan. 1880 auf dem St. Annenplatz zu Madrid enthüllt. Seine Leiche wurde 18⁴⁰ nach dem Friedhofe von San-Nicolas unter kirchlichen und poetischen Feierlichkeiten übertragen. Die „Autoso, die wie die ältern Mysterien der Allegorie einen bedeutenden Spielraum lassen, sagten Rerr auch C.s religiösem Gemüte zu, und auf sie legte er auch einen vorzüglichen Wert, sodaß er ungerecht gegen seine übrigen Stücke ward, die in vieler Hinsicht größere uszeichnung verdienen. Überhaupt ist Religion der Mittelpunkt seiner Dichtungen; auf sie bezieht er die Mannigfaltigkeit der Erscheinungen mit südl. Lebendigkeit. Die span. Nation zählt C. unter ihre größten poetischen Genies, und die Kritik ist Etunn manche unleugbaren Mängel seiner Stücke der Zeit und den Umständen zuzuschreiben. Sie urteilt, daß C. zu viel mythische Symbolik, zu viel Dogmatisches, zu viel Wunderbares und Dämonisches in seinen Schöpfun⸗ — hineingearbeitet hat; doch gibt sie zu, daß das ühne und großartige Spiel seiner Phantasie, der Zauber seiner Rede, der hohe Flug seiner Gedanken und die Lebendigkeit, mit der er das Leben seines Vaterlandes schildert, 1 stets Bewunderer verschaffen müssen. Die Zahl seiner gesammelten dramatischen Stücke beläuft sich auf 123, unter denen einzelne ihm abgesprochen werden dürfen; 9 von C. selbst in einer von ihm angefertigten Liste verzeichnete Stücke sind noch nicht wieder au gefunden. Unter den gedruckten sind viele Intriguenstücke, voll von Verwickelungen und reich an den interessantesten Zügen, heroische Komödien und istor. Schaupiele, deren einige den Namen der ragödie verienen. Unter seinen romantischen Tragödien ersten Ranges behauptet Der standhafte Prinzy die erste Stelle; das beliebteste, bekannteste und gelesenste von all seinen AWdüdesgr ist jedoch Das Leben ein Traumy (La Vida es sueno), das in Spanien bonder3 in neuen Einzelausgaben erscheint, und von der Bühne herab niemals eine mächtige Wirkung verfehlt. überhaupt haben C.s Dichtungen — noch mehr als selbst die des Lope auf der Bühne erhalten, für πUt—π Bedürfnisse sachkundige Hände sie gern zure tstutzen. Außerdem hat man von ihm 73 Autos sacramentales, 200 Loas (Vorpiele und 100 Entremeses (Divertissements). Sein seinem 81. Jahre in den letzten Tagen seines Lebens. Seine kleinern Gedichte, Lieder, Sonetten, Romanen u. s. w. waren ungeachtet des nicht geringen ifalls, den ihnen des Dichters Zeitgenossen erteilten, bis auf weniges (wie die „Poesias de C.5, herausg. von De Castro, Cadiz 1848) verloren gegangen, und andere, wie die Gedichte Exortacion panegirica al silencioo, Los quatro Novisimoso und „Diluvio general del mundo o, und die Abhandlungen De la nobleza de la Pinturas und En defensa de la Comedias, nur noch dem Namen nach bekannt. Ein Bändchen neu aufgefundener Gedichte ward unlängst herausgegeben: „Poesia ineditaso (Madr. 1881). Eine wertvolle Ausgabe seiner Dramen veranstaltete Keil (3 Bde., Lpz. 1820—22, und 4 Bde., Lpz. 1827—30); als die beste gilt die von Hartzenbusch (4 Bde., Madr. 1848—50, Bd. 7, 9, 12 und 14 der «Biblioteca de autores espanoleso). Meisterhafte aleet n ne einzelner Stücke gaben A. W. von Schlegel in seinem Span. Theatero (2 Bde., Berl. 1803—9) und Gries (7 Bde., Berl. 1815—26; 3. Aufl., 9 Bde., 1864) heraus. Diesen schließen sich die übertragungen von Malsburg (6 Bde., Lpz. 1819—25) sowie die der eist⸗