FeedCesena (im Altertum Caesena)
ErdkundeBrockhaus 1882

Cesena (im Altertum Caesena), regelmäßig gebaute und mit Säulengängen gezierte Stadt in der ital. rachten Milerts Compartimento Emilia, liegt am rechten Ufer des Flusses Savio, über den hier eine schöne unter Clemens VIII. aus Quadern von istrischem Marmor erbaute Brücke führt, am Fuße des Colle Garampi und an der Italienischen Südbahn Bologna-Rimini, ist Sitz des Präfekten der Provinz und eines Bischofs, hat eine schöne Kathedrale mit Marmorskulpturen des 15. und 16. Jahrh., ein Rathaus (Palazzo pubblico) mit einer kleinen Gemäldesammlung (worunter ein aus Aohalen 3 Fresko des Francesco Francia) und der kolossalen Bildsäule des in C. geborenen Papstes Pius VI., welcher hier auch ein großes Hospital stiftete, und eine berühmte, 1452 von Domenico Malatesta Novello gegründete Bibliothek (die von Malatesta veranstalteten Abschriften antiker Klassiker liegen den Aldini-Ausgaben zu Grunde), und sch u (1881) 11 435, als Gemeinde 38 223 CE., welche ich mit Wein⸗, Gemüse⸗, Hanf⸗, Seidenbau und Gewinnung und Raffinerie von Schwefel beschäftigen. Der Wein von C. war schon zur Römerzeit berühmt. Eine Viertelstunde von C. auf einem Hügel liegt die schöne Kirche Sta.Maria del Monte, von Bramante umgebaut. C. ist einer der ältesten Bischofssitze in Italien. Im Mittelalter . — und später nacheinander von den ghibe inischen Montefeltro und den guelfischen Malatesta beherrscht, 1. Febr. 1377 von dem Kardinal Robert von Genf (später Papst Clemens VII.) schrecklich verheert, wurde die Stadt zuletzt den Malatesta von Papst Alexander VI. entrissen, um sie seinem Sohne Cäsar Borgia zu geben. Bei Borgias Tode fiel sie an den Kirchenstaat. Außer Papst Pius VI. (Braschi, 1717) wurde auch dessen Nachfolger Pius VII. (Chiaramonti) 1749 hierselbst geboren. Am 30. März 1815 schlug hier Murat die Osterreicher, und 20. Juni 1832 wurde C. durch die päpstl. Truppen heimgesucht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 146Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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