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ErdkundeBrockhaus 1882

Camaldöli (Campus Maldoli) ist eine Einsiedelei mit einem Camaldulenserkloster auf einem hohen Apenninengipfel, am den und hern Arnothale; der mit den ausgedehntesten und herrlichsten Tannen- und Buchenwäldern des ganzen Apennins bedeckte Bergzug steht mit den Bergen Falterona und Prataglia in Verbindung. Die Einsiedelei wurde auf dem im 10. Jahrh. von San-Romualdo geschenkten Campo gebaut, welches Maldulo hieß, und aus derselben entwickelte sich das jetzige großartige Kloster mit kostbarer Bibliothek, welches das Mutterkloster des danach genannten Ordens der Camaldulenser (. d.) ist. Das Kloster bietet ein schönes Panorama über die prachtvollsten Wälder, von Wiesen und Feldern unterbrochen. — Ein anderes früheres Kloster Camaldoli mit Kirche ist das im NW. von Nealin 434 m Höhe de der 9 araß im N. des osilipo und am Rande der Ph egräischen Felder. Es wurde 1585 für die Benediktinermönche der Weißen Reformy gegründet und Iouln für den vom heil. Romualdo gest teten Camaldulenserorden erweitert. Es liegt auf dem höchsten Punkte der Umebung Neapels. Garten desselben führt ein schattiger Weg zwischen Lorberbäumen zum elvedere, von welchem man eine prachtvolle Aussicht über Campanien und den Golf von Neapel hat. — Camaldoli heißt ferner ein verfallenes, 1604 erbautes Kloster auf einem mit Bäumen bepflanzten Seitenkrater des Vesuv, auf einer von dem Lavastrome von 1806 umflossenen Höhe, 3 km im NW. von Annunziata. — Ein Kloster Camaldoli liegt bei Ancona auf einem Hügel des Monte-Conaro, der 1038 den Herren von Osimo gehörte; es beherrscht das Meer und hat eine schöne Lage und Aussicht. ndem Berge befindet sich die bewundernswerte öhle der Schiavi. nach der 1018 errichteten Niederlassung zu Camaldoli oder Campus Maldoli in den Apenninen bei Arezzo. Sein Stifter ist der heil. Romuald, aus dem Geschlechte der Herzöge von Ravenna, geb. ums J. 950. Er entschloß sich, der Welt zu entsagen; aber das Klosterleben genügte me nicht, er wollte als Anachoret eine höhere Stufe der Vollkommenheit gewinnen. An verschiedenen Orten ließ er sich nieder. Bald sammelte sich berlche eine Anzahl von Schülern, welche er zu klösterlicher Gemeinschaft organisierte, um dann an einen andern Ort zu gehen. Im J. 1012 zog er zur Bekehrung der Heiden mit 24 Brüdern nae Ungarn. Nach Italien meit oon der kEen er seine frühern Stiftungen meist von der alten Strenge abgewichen und begann 1018 mit fierf Einsiedlern in Camaldoli ein strenes Einsiedlerleben. Von hier * er nach Sitrien be Saxoferato. Dann zog er si nach Val de Castro zurück, wo er am 18. Juni 1027 starb. Durch Petrus Damiani, der bald nach 1040 das Leben Romualds beschrieb, wurde Camaldoli, welches den strengen Geist ascetischen und beschaulichen Anachoretenlebens besser bewahrt hatte, als die übrigen Stiftungen, zum Mittelpunkte einer 1072 von Papst Alexander II. bestätigten Kongregation erhoben, deren Mitglieder sich C. nannten und aus dem Orden der Benediktiner ausschieden. Sie standen unter dem Prior von Camaldoli als ihrem „Majors, wohnten abgesondert in einzelnen Zellen, fasteten sehr streng, bten langes Schweigen, hartes Geißeln u. dgl. Zum Unterschiede von den Benediktinern trugen sie weiße Gewänder. Der vierte Major 17— begründete 1086 eine Gesellschaft von Camaldulensernonnen; er milderte auch 1102 die Ordensregel, indem er das Fasten und Schweigen beschränkte, das gemeinsame Essen gestattete u. s. w. Noch später ging auch dieser Orden zum gesellschaftlichen Klosterleben über und wurde 1513 in Eremiten, Observanten und Konventualen eingeteilt. Im 18. Jahrh. zerfiel der Orden in fünf unabhängige Brüderschaften unter selbständigen Majoren. Anfangs auch nach Polen, Osterreich, Deutschland und Frankreich hin verbreitet, sind die C. jetzt auf Italien beschränkt. Papst Gregor XVI. gehörte ihnen an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 860Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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