FeedCanitz
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Canitz (Friedr. Rud. Ludw., Freiherr von), Dichter, geb. zu Berlin 27. Nov. 1654, studierte 1671—75 zu Leiden und Leipzig die Rechte, bereiste hierauf Italien, Frankreich, England und die Niederlande, wurde 1677 Kammerjunker am Hofe zu Berlin, 1681 Hof- und Legationsrat, 1697 zum Geh. Staatsrat und dann zum Wirkl. Geheimrat mißt, sind unter Kᷓ aufzusuchen. ernannt und durch den Kaiser 1698 in den Reick freiherrnstand erhoben. Er nahm als bevollmä tigter Minister an den im Haag eröffneten Untt handlungen wegen der span. Erbfolge teil, muf aber 1699 infolge körper har Leiden um seine A berufung nachsuchen und starb noch in demselb Jahre 11. Aug. zu Berlin. Seine von ihm sell nicht für die Offentlichkeit bestimmten Gedichte sir in einer reinen und fließenden Sprache und wohlgebauten Versen verfaßt, wenn auch ohr höhern dichterischen Wert. C. nahm sich die Fra zosen aus dem Zeitalter Ludwigs XIV. zum Vo bilde und schloß sich besonders an Boileau ar Seine Gedichte gab zuerst J. Lange heraus unt dem Titel: Nebenstunden unterschiedener Gedichte (Berl. 1700; 9. Aufl. 1719); eine vollständiger Ausgabe mit C.“ Lebensbeschreibung und Anmer kungen besorgte dann J. U. König (Des Freiherr von C. Gedichten, Berl. andere Bodmer (Zür. 1737). Eine Auswahl finde sich in der «Bibliothek deutscher Dichter de 17. Jahrh.» (Bd. 14, Lpz. 1838). Vgl. C.' Leber in Anuagen von Enses «Biographischen Dent maleno (Bd. 4).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 908Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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