Canons werden im span. Amerika und dem Westen der Vereinigten Staaten tief eingeschnittene Flußbetten mit ganz oder fast senkrechten Uferwänden genannt, nach dem span. Worte für Kanone, Flintenlauf. Solche Flußeinschnitte finden sich an vielen Punkten der Erde, meist als Gebirgsschluchten, wie sie z. B. im Jura oder am Var so großartig auftreten, aber auch in Ebenen, wie im westl. Teile des Staates Neuyork, nahe dem Senecasee und auf Plateaus, doch nirgends in so großen Dimensionen wie am westl. Colorado und seinen Quellflüssen auf dem hohen Tafellande zwischen den Felsengebirgen und der Sierra Nevada. Der sog. roße Canon des Colorado, den die Expedition unter Ives und Newberry 1857—58 zuerst an einien Stellen untersuchte (Ives, Report upon the Colorado River of the Weste, Washingt. 1861), hat nach Oberst Powell, der ihn 1869 zu wissenschaftlichen Zwecken durchfuhr, eine Länge von 383 km und eine Tiefe von 750—1200, an manchen Stellen sogar von 2000 m. Außer dieser längsten gibt es noch andere Schluchten von kaum geringern Dimensionen. Auf dem Green-River, dem nördl. Quellarme des Colorado, durchfuhr Powell eine 300 km lange Reihe und unterhalb der Vereinigung des Green-River mit dem Colorado kam er durch eine 412 km lange Reihe von C., ehe er den Großen Canon erreichte. Wo Nebenflüsse einmünden, bilden auch sie C., und bisweilen sind zwei Nebencafons nur durch senkrechte Felsenmauern von 6—900 m Höhe getrennt. Die Uferwände bestehen bei den C. des Colorado aus horizontalen Sandsteinlagern, unter denen Marmor und Granit noch tief eingeschnitten ist. Vgl. Bell, New tracks in North American (Lond. 1869). 7