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ErdkundeBrockhaus 1882

Canösa, Stadt in der ital. Provinz Bari (im Neapolitanischen), unweit rechts vom Ofanto, mit (1881) 18 843 E., hat eine Kathedrale San-Sabino, 1101 größtenteils aus Resten alter Bauwerke erbaut und 1825 mit Turm versehen, mit drei Kuppeln und der Grabkapelle Bohemunds I. (gest. 1111), sowie ein von König Karl I. von Neapel 1270 erbautes, Conversations-Lexikon. 13. Aufl. III. heute verfallenes Kastell. C. ist das alte, von den Griechen gegründete Canusium in Apulien, das [durch Handel und Wohlstand bis zum zweiten Punischen Kriege eine der bedeutendsten Handelsstädte Italiens war und von dem noch Überreste eines Amphitheaters und einer Wasserleitung sowie eines merkwürdigen Thorwegs zu sehen sind, welcher fälschlich für einen Triumphbogen des Terentius Varro ausgegeben wird. In neuerer 7 wurde C. vorzüglich durch die in der Nähe befindlichen Felsengräber berühmt, die Millin und andere in den J. 1812—13 entdeckten. Die b gefundenen 4 Waffen und Gerätschaften befinden sich jetzt in dem Nationalmuseum zu Neapel. Weitaus die Mehrzahl der aus diesen Gräbern stammenden Vasen besteht aus sehr großen, prächtig geformten und überaus en Nalereren Gefäßen; doch die sie schmückenden Malereien gehören schon der Verfallzeit der Vasenmalerei an und tragen einen weichen, üppigen Charakter. Vgl. Millin, Description des tombeaux de C.v (Par. 1816, mit Abbildungen).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 914Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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