Carlo Barbiano di Belgiojosoh (Mail. 1882). Eine Sammlung seiner gelesensten Werke ist in vier Bänden (Flor. 1861—70), eine Sammlung shien Novellen in einem Bande (Mail. 1882) erchienen. Als Dichter gehört C. der romantischen Schule an; als Tragiker hat er wenig Beachtung uh weist seine Romane und Novellen bewegen sich meist im engen Kreise der Familie, sein Standpunkt ist streng 4. 5. 5 Carcasse (frz., d. i. Gerippe), Drahtgestell für Frauenhüte oder andern weiblichen Kopfputz. Carcassoune, Hauptstadt des südfranz. Depart. Aude, an der Aude, der Französischen Sudbahn und dem Südkanal in Niederlanguedoc gelegen, 91 km im SO. von Toulouse, in 103 m Höhe, lehnt sich an eine felsige Anhöhe, auf welcher die sehr alte Cité oder Altstadt mit einem sehr festen Schlosse steht, das ein interessantes Studium des Festungsbaues vom 6. bis 14. Jahrh. gewährt. Die Werke bestehen in zwei Ringmauern; die innere, 1100 m lange Mauer stammt in einigen Türmen aus dem 5. Jahrh. von den Westgoten; die äußere, 1500 m lange, aus dem 13. Auh von Ludwig dem Heiligen und Philipp dem Kühnen. In neuerer Zeit sind die Werke wieder ergänzt worden. Die untere oder Neustadt, erst im 14. Jahrh. entstanden, ist s 10 gut gebaut und hat, von prachtvollen Platanenalleen und Boulevards umgeben, schöne Promenaden. Beide Stadtteile sind durch die Aude getrennt. über welche zwei Brücken führen. C. der Sitz der Departementsbehörden und eines Bi ofs, hat ein Tribunal erster Instanz, ein Hande Sgericht, einen Gewerberat, eine Handelskammer und eine Bank, ein Lyceum, ein theol. und ein Lehrerseminar, eine Zeichenschule, eine Philharmonische und eine 21000 Bänden und ein Museum mit einigen guten modernen Gemälden. Die ansehnlichsten Gebäude sind die restaurierte ehemalige Kathedrale Nazaire mit Glasmalereien, das Rathaus, der Juftzpalast die Präfektur mit einem schönen Garten und die Kaserne. Aus der Römerzeit ist nur noch eine graue Marmorsäule vorhanden, die laut Jnschrist dem Cäsar Numerianus 283 errichtet wurde. Die Stadt zahlt (1876) 23517, als Gemeinde 25971 C., welche große und berühmte ßt, sind unter K aufzusuchen. Tuchfabriken (über 7000 Arbeiter), Wollspinnereien, Manufakturen in Wolldecken, Molton, Watte, Papier, Leder, Eisen⸗ und Töpferwaren, sowie Rafsinerien, Destillationen und Färbereien unterhalten. Weit bedeutender noch ist der Handel der Stadt mit ihren Fabrikaten, Wein, Branntwein und Backobst. Der Hafen liegt am Canal du Midi. Auf dem großen Novembermarkt wird eine bedeutende Menge von Pferden, Maultieren u. s. w., Getreide, Eisen jeder Art und Eisenwaren umgesetzt und der Preis des Eisens % — C. ist das alte Careaso im Lande der Voleae Tectosages, und war schon zu Cäsars Zeit bedeutend. Seit 418 gehörte es zum Reiche der Westgoten, bis es 725 die Sarazenen nahmen; 752 zog es Pipin der Kleine zum Frankenreiche. Später, 836, ward C. Hauptort einer eigenen Grafschaft (unter der Lehnshoheit der Markgrafen von Tonlouse). Diese kam 1060 an die Grafen von Barcelona, welche das Gebiet den Vicomtes von Beziers zu Lehn gaben, die Stadt aber 4 sich behielten. In den Albigenserkriegen wurde sie verheert, 1209 vom Kreuzheer unter Simon von Montfort, 1226 von Ludwig VIII. erobert, 1247 von Raimund von Trencavel an Ludwig IX. abgetreten, der sie dem Simon von Montfort überließ; 1355 nahmen die Engländer die Unterstadt und brannten sie nieder. Die Liguisten bemächtigten sich 1591 der Stadt, die erst 1596 Heinrich IV. anerkannte. Vgl. Violletle-Duc, La cité de C.v5 (Par. 1858).