Caruot (Lazare Hippolyte), franz. Publizist und Staatsmann, des vorigen Sohn, geb. 6. April 1801 zu St.⸗Omer, begleitete seinen Vater während der Verbannung und verweilte namentlich längere Zeit in Magdeburg, wo er deutsche Sprache und Litteratur studierte. Im J. 1823 kehrte er nach Frankreich zurück und betrat die jurist. Laufbahn, wurde aber bald in die polit.⸗soziale Ideenströmung hineingerissen und einer der eifrigsten Anhänger des St.⸗Simonismus. Als jedoch Enfantin der neuen Sekte eine laxe Moral aufdringen wollte und in Bezug auf das Verhältnis zu den Frauen Theorien entwickelte, welche C. als eine Verordnung des Chebruchso bezeichnete, trennte er sich mit Bazard, Pierre Leroux, Jean Reynaud u. a. von dieser Schule. Im J. 1839 in die Kammer erwählt, schloß er sich hier der äußersten Linken an. Nach der Februarrevolution von 1848, welche fast alle namhaften Mitglieder dieser Maßter zu hohen Staatsämtern berief, wurde C. Minister des öffentlichen Unterrichts, legte aber 5. Juli 1848 seine Stelle wegen Differenzen mit der Konstituierenden Versammlung nieder. Eine Nachwahl in Paris 10. Mai 1850 verschaffte ihm und zwei andern Kandidaten des demokratisch-⸗sozialistischen Komitee einen Sitz in der Oicanererü. Versammlung, wo er 1n zu den Republikanern hielt, die zugleich den royalistischen Umtrieben der Majorität und den persönlichen Zwecken des Präsidenten entgegenzuarbeiten suchten, aber durch ihr unpolitisches Benehmen dem Bonapartismus den hilfreichsten Vorschub leisteten. Nach dem Staatsstreiche vom 2. Dez. wurde C. bei den Wahlen für den Gesetzgebenden Körper 1852 in Lyon und 1857 in Paris zum Deputierten ernannt; die Verweigerung des Huldigungseides machte aber beidemal seine Wahl ungültig. Erst als seine Bedenklichkeiten in diesem Punkte aufhörten und seine Kandidatur 1863 das dritte mal zu Paris durchging, nahm er seinen Platz im Gesetzgebenden Körper in der kleinen Op-Toahten pon die hier übriggeblieben; bei den ahlen von 1869 unterlag er jedoch zweimal. Nach Beseitigung des Kaiserreichs 4. ept. 1870 wurde C. Maire in einem Arrondissement von Paris und 1871 in die Nationalversammlung gewählt, wo er sich zur republikanischen Linken hielt; 1875 wurde er zum Senator auf Lebenszeit ernannt. Außer zahlreichen Auffätzen in sozialistischen Journalen und demokratischen Revuen veröffentlichte C. ein Exposé de la doctrine Saint-Simoniennen (Par. 1830 u. öfter), sowie eine Verteidigung seiner vielfach angefochtenen Amtsverwaltung unter dem Titel: Le ministère de P'instruction publique depuis le 24 février jusqu'au 5 juilleto (Par. 1848). Ferner besorgte er die Herausgabe der Mémoires de Henri Grégoire, ancien évéque de Bloiso (2 Bde., Par. 1837), der Mémoires de mißt, sind unter K aufzusuchen. Bertrand Barèrer (4Bde., Par. 1842 -43) gemein schaftlich mit dem Bildhauer David d'Angers, und der Denkwürdigkeiten seines Vaters (Mémoires sur C., 1753—18235, 2 Bde., Par. 1862—64).