FeedCarove (Friedr. Wilh.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Carove (Friedr. Wilh.), deutscher Publizist und hilos. Schriftsteller, geb. 20. Jene 1789 zu Koblenz, siudierte auf der Rechtsschule seiner Vaterstadt, erlangte 1809 die Advokatur und zu Anfang 1811 die Stelle eines Conseilleur-Auditeur bei dem Ap-Rheine zu Trier. Als die franz. Regierung das heinoctroi organisierte, trat er in die finanzielle Laufbahn über und war an verschiedenen Orten erst Kontrolleur, dann Einnehmer, zuletzt seit 1814 bei dem Rheinzollamt zu Gernsheim. Nachdem letzteres 1815 aufgehoben, wandte er sich nach Heidelberg, um sich auf der dortigen Universität 1lof wissenschaftlichen, besonders aber unter Hegel philos. Studien zu widmen. Hier wurde er auch Mitstifter der auf dem Wart und war einer ihrer Abgeordneten auf dem Wartburgsfest. Dann folgte er Hegel nach Berlin, wo er die Stelle eines Repetenten an der philos. Fakultät erhielt. Im Herbst 1819 habilitierte er sich als Privatdocent in Breslau, wo er über Geschichte der Philosophie sowie über Vernunft⸗ und Staatsrecht las. Hemmnisse, die ihm von seiten der Regierung wegen seiner Beziehungen zur Burschenschaft in den Weg gelegt wurden, bestimmten ihn, im Sommer 1820 die Universität zu verlassen und seinen Aufenthalt erst in Heidelberg, dann in Frankfurt zu nehmen, bis er 1847 wiederum nach Heidelberg übersiedelte. Er beteiligte sich 1848 an den Verhandlungen des Vorparlaments, 1849 an denen des Friedenskongresses 6 Paris. Er starb zu Heidelberg 18. März 1852. C. hat in einer Reihe von Schriften die polit., kirchlichen und sozialen Fragen seiner Zeit behandelt. Sein Ideal war eine alle Völker und alle Zeiten gleich befriedigende allgemeine Menschheitsreligion, in der alle religiösen Zersplitterungen Pen sollten. Von C.s Schriften sind hervorzuheben: aüber die alleinseligmachende 3 275 (2 Bde., Frankf. 1826; 2. Aufl., Hanau 1835), Neorama, oder eiträge zur Litteratur, Philosophie und Geschichter (3 Bde., Opz. 1838), „Was heißt röm.⸗kath. Kirche 2» (2. Aufl., ltenb. 1847), (Die Buchdruckerkunst in ihrer weltgeschichtlichen Bedeutunge (Siegen u. Weilb. 1843), Küber das sog. Cegen 18 und sog. christliche Staatsprinzipv 8 iegen 1843) u. a.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 13Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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