FeedCarpaccio 8 ittore)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Carpaccio 8 ittore), einer der trefflichsten Meister der ältern Venetianischen Malerschule, dessen künstlerische Thätigkeit in die letzte Zeit des 15. und in den Anfang des 16. Jahrh. fällt. Er lebte no 1519. C. war ein Nebenbuhler der Bellini; do unterscheidet sich seine mehr epische Darstellungsweise wesentlich von der lyrisch-idyllischen dieser Meister. Er besaß eine reiche Phantasie und ein höchst lebendiges Anschauungsvermögen. Am liebsten stellt er dramatische Vorgänge aus der heiligen Geschichte dar; er belebt dieselbe durch mannichfache Episoden und eine vielgestaltige Umgebung und versetzt sie naiv in das Leben seiner eigenen Zeit. Seine Heiligen-und Wundergeschichten bilden die Staffage einer Scenerie, welche meist das alte Venedig seiner Tage darstellt und daher auch archäologisch von großem Interesse ist. Verschiedene heilige Geschichten hat er in einer Reihenfolge figurenreicher Bilder gemalt. So die Geschichte der heil. Ursula auf acht Bildern, früher im Oratorium dieser Heiligen zu Venedig, jetzt in der dortigen Akademie, und die Geschichte des heil. Stephanus in fünf Bildern, die gegenwärtig zerstreut sind und sich zu Mailand, Paris und Berlin befinden. Seine Darstellung des Jesuskindes in der Akademie zu Venedig und eine merkwürdige Allegorie des Meßopfers im Belvedere zu Wien zeigen ihn als echt religiösen Maler von einer besondern, nicht minder interessanten, aber strengern Seite. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 13Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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