FeedCarronaden
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Carronaden wurden zuerst 1774 auf der Gießerei Carron in Schottland gegossen und waren eine Art langer Haubitzen von 12—68 Pfd. Kugelgewicht, 6 —8 Kugeldurchmesser lang, mit cylindrischer Kammer. Statt der Schildzapfen hatten sie eine unterhalb am Rohrkörper angegossene Ose, mittels welcher sie sich um einen Querbolzen an der Lafette drehten. Man stellte die C. in der Regel aus Gußeisen her. Sie entsprangen dem Bestreben, verhältnismäßig schwere Geschosse mit herabgesetzter Ladung aus leichten (weil kurzen und im Metall weniger starken) Röhren zu schießen, und wurden hauptsächlich auf Schiffen und in Küstenbatterien gebraucht. Ihre Schußweite und Wirkung konnte naturgemäß nur eine geringe sein. Mit der Einführung gezogener Geschütze verschwanden die C. gänzlich. Garrüca (lat.), bei den alten Römern in der spätern Zeit eine Art Reisewagen, oft mit verschwenderischer Pracht ausgestattet, namentlich mit bronzenen oder silbernen Platten belegt, die durch kunstreiche Cälaturen noch höhern Wert erhielten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 20Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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