FeedCäsium
NaturlehreBrockhaus 1882

Cäsium (vom lat. caesium, himmelblau; chem. deißt e oder Symbol Cs, Atomgewicht = 133) eißt ein Metall, welches in weitern Kreisen auch deshalb von großem Interesse ist, weil es in Gemeinschaft mit einem andern, dem Rubidium, das erste war, welches von den scharfsinnigen Forschern Bunsen und Kirchhoff 1860 durch die von lyse) zuerst ausgebildete Spektralanalyse (s. Analyse) entdeckt wurde. Das Metall zeichnet sich dadurch aus, daß, wenn man eine Spur von einem seiner Salze in die Flamme des Spektralapparats bringt, das Spektrum an einer bestimmten Stelle zwei charakteristisch blaue Linien bicge Im reinen metallischen Zustande hat man es isjetzt auch durch Elektrolyse nicht herstellen können. Mit Quecksilber bildet es ein silberweißes, krystallinisches Amalgam. Das C. findet sich in mehrern Mineralquellen, namentlich Solquellen, so z. B. in der von Nauheim, Dürkheim in der Pfalz und in der Murquelle in Baden, auch in gewissen Mineralien, z. B. im Lepidolith und Triphyllin, allerdings nur in sehr kleiner Menge. o konnten Kirchhoff und Bunsen aus 44000 kg dürkheimer Solwasser und 150 kg Lepidolith nur wenige Gramme Cäsiumsalze darstellen. Nur in einem Mineral, dem im Granit von Elba vorkommenden Pollux, ist es in größerer Menge, bis zu 34 Proz. enthalten und in diesem ist es nicht von Rubidium begleitet. Zur Darstellung eignet sich am besten die Nauheimer Mutterlauge, dieselbe wird zunächst von Eisenoxyd, Thonerde und den alkalischen Erden befreit und dann mit einer Lösung von Kaliumplatinchlorid versetzt, wodurch vorwaltend Cäsiumplatinchlorid, neben etwas Rubidiumplatinchlorid gefällt wird. Der gewaschene Niederschlag wird durch Glühen im Wasserstoffstrome zersetzt und das Cäsiumchlorid dann durch Wasser ausgezogen. In seinen Verbindungen ist das C. dem Kalium sehr — verwandt, sie sind diesen zum Verwechseln ähnlich. Nur bonatt Unterschiede finden sich: das Cäsiumcarbonat (kohlensaures C.) ist in Alkohol löslich, Cäsiumplatinchlorid ist unlöslicher als das Kaliumsalz, der Cäsiumalaun ist der am schwersten lösliche Alaun, sodaß man die Rubidium- und Kaliumalaune durch Krystallisation von ersterm trennen kann, das Cäsiumbitartrat (doppelweinsaures C.) ist ein zerfließliches Salz, Cäsiumchlorid gibt auf Zusatz von dreifach Chlorantimon einen in Salzsäure unlöslichen Niederschlag Cs, SbClo. Das Cäsiumoxydhydrat CsOU besitzt die gleichen ätzenden Eigenschaften wie das Kalihydrat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 41Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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