FeedCastagno (Andrea del)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Castagno (Andrea del), Maler des Quatrocento, der Toscanischen Schule angehörig, geb. 1390 in Mugillo bei Florenz, steht in einem gewissen Verhältnisse zu dem großen Reformator jener Tage, Masaccio, an dessen bestimmte Formebung und Modellierung er sich anschließt; doch teht er im übrigen unter dem Vorbilde. C. ist flüchtig in der Zeichnung, oft streng und selbst roh in den Physiognomien, aber von großem Phantasiereichtum und geschickt in der Perspektive. Sein bestes Werk, in welchem er die Hinrichtung der gegen die Mediceer verschworenen Adeligen dargestellt hatte, ist nicht mehr vorhanden, dagegen mehrere Kruzifixe in Sta.⸗Maria degli Angeli, eine Madonna im Palazzo Pitti, eine Pietà im berliner Museum. Was Vasari erzählt, daß C., von dem Maler Domenico Veneziano in den Besitz des Geheimnisses der damals in Italien noch selten geübten Oltechnik gesetzt, denselben ermordet habe, um die Kunst allein zu verstehen, ist heute als Märchen konstatiert. C. starb zur Zeit der Pest in Florenz 19. Aug. 1457.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 49Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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