Castillejo (Cristöval), der letzte Repräsentant der altspan. Hofpoesie, wurde 1490 zu Ciudad-Rodrigo geboren. Kaum 15 J. alt, kam er als Page an den Hof des Infanten Don Fernando, des nachmaligen röm. Kaisers Ferdinand I. Dann wurde er Sekretär des Infanten, welchen Posten er über 30 Jahre bekleidete. C. folgte 1531 seinem Herrn nach Wien, wo er 12. Juni 1556 starb. Er liegt begraben in der Neuklosterkirche der Wiener Neustadt. C. nimmt in der Geschichte der span. Poesie eine merkwürdige Stelle ein, indem seine poetische Wirksamkeit gerade in jene Übergangsperiode aus dem alten, noch fast ganz nationalen Stile in den klassisch-italienischen fällt, dessen Nachahmung Durt Boscan und Garcilaso begonnen hatte. Dur und durch Castilier, widersetzte sich C. dieser Neuerung als einer antinationalen, und bekämpfte sie nicht nur durch Festhalten an den alten Formen, sondern auch mit den Waffen zügellosen Witzes und herben Spottes. Seine Gedichte zeugen von einer ungemeinen Sprachgewandtheit und technischen Fertigkeit in der Versifikation und bekunden, obgleich meist Gelegenheitsgedichte im Tone der Hof- und Konversationspoesie, Leichtigkeit der Konzeption, Natürlichkeit und Lebendigkeit der Ausführung. Besonders ist das Scherzhafte und Satirische C.s eigentliches Element. Die Gedichte von der Inquisition verboten, erschienen zuerst nach C.s Tode Iider M von Juan Lopez de Velasco, auf Befehl der Inquisition jedo verändert, zu Madrid 1573, dann in Ramon Fernandez' Sammlung (Bd. 12 und 13, Madr. 1792); zuletzt im 32. Bande der madrider Biblioteca de autores espanoleso, in der von Don Adolfo de Castro besorgten Sammlung der Poemas liricos de los siglos XVIyXVIIy (Madr. 1854). Eine Einzelausgabe seines Dialogo sobre las mujereso und des „(Sermon de amoréso erschien neuerdings (Madr. 1878, Bd. 39 der Biblioteca universaly).