Cetina (Gutierre de), span. lyrischer Dichter, Naaa, ube und Nachahmer des arcilasso de la ega, uüber den wenig Nachrichten überliefert und von dem wenige Werke erhalten sind: lauter kleinere lyrische Gedichte im Geschmack und in den Formen der von Boscan und Lanlas gegründeten ital. Schule, Sonette, Canzonen, Madrigale, Episteln in Terzinen u. s. w. C. stammte aus Sevilla und muß Anfang des 16. Jahrh. geboren sein; er war Dichter und Kriegsmann, kämpfte bei Pavia, in Tunis und in Flandern, gewann sich durch seinen Mut und sein Dichtertalent die Zuneigung des Fürsten von Ascoli, dem er verschiedene Gedichte desen Se und dessen Tod er besungen hat. Als essen Schutz ihm fehlte, ging er, seiner Vaterstadt etwas entfremdet, nach Merito wo ein Bruder von ihm eine höhere Stellung bekleidete, kehrte jedoch wieder nach Sevilla zurück, wo er um 1560 gestorben sein soll. Von seinen Gedichten waren nur wenige Proben veröffentlicht worden; erst 1854 wurden die erhaltenen durch Adolfo de Castro gesammelt und nach einem Iteen deaute Manuskript in den 32. Band derBiblioteca de autores espanolesv aufgenommen; sie umfassen nur 43 Sonette, 4 Madrigale, 4 Canzonen, 2 Episteln, 1 Anakreontisches Lied und eine Oktave, glänzen jedoch sämtlich durch große Zartheit und ungeschminkte Anmut und Natürlichkeit. F. W. Hoffmann hat in seinen Bluüten span. Poesie (Magdeb. 1856) einige kleine Perlen von C. übersetzt.