Castres, Hauptstadt eines Arrondissements im südfranz. Depart. Tarn in Languedoc, 42 km südlich von Albi, in dem fruchtbaren Thale des Agout und an der Südbahn, hat ein Tribunal erster Instanz, ein Handelsgericht, eine Gewerbekammer, eine Kathedrale, ein —— — Seminar, ein Kommunal-College, eine öffentliche Bibliothek und zählt (1876) 20520, als Gemeinde 25856 E. welche bedeutende Fabriken in feinen und groben Tuchen, Kasimir und andern Wollstoffen, in Baumwoll⸗, SSeiden- und Floretseidenzeugen, sowie Gerbereien, Färbereien, Leim⸗, Pergament⸗, Papierfabriken u. s. w. unterhalten. C., ein altes röm. Castrum, ist um eine im 6. Jahrh. gegründete Benediktiner⸗ „abtei entstanden, deren Abte die Herren des Ortes wurden, und blühte zu der zweiten Stadt des Ländschens Albigedis empor. Von 1322 bis zur Revolutionszeit war es Sitz eines Bischofs; 1356 zu einer Grafschaft erhoben, ward es endlich w1519 mit der Krone 9 stase. Als Anhängerin des Calvi⸗ „nismus und starke Festung der Hugenotten war die Stadt in den Religionskriegen mehrmals Kriegsschauplatz und längere Zeit der Aufenthalt Heinrichs IV., mußte sich aber 1629 Ludwig XIII. unterwerfen, der die Werke schleifen ließ.