Catalonien, span. Catalusfa, früher Fürstentum der Krone Aragonien, die nordöstlichste Landschaft des Königreichs 2. Genona begreift geenwärtig die vier Provinzen Gerona, Barcelona, Tarragona und Lerida in sich, die zusammen auf 32329,0 qkm (1877) 1 749 710 CE. zählen. Das Land liegt zwischen dem Mittelmeer und Aragonien, zwischen Frankreich und Valencia und enthält die Wal Mündung des Ebro (s. d.), dessen linken Zufluß, den Segre mit der Noguera Pallaresa und Noguera Ribagorzana, und die Küstenflüsse Llobregat und Ter. Es springt mit den Kaps Creus und San-Sebastian weit in das Meer vor und ist von diesem bei Rosas und Tarragona am tiefsten einebuchtet. Die zu mehr als 400 Em entfaltete 18 ist teils felsig, teils sandig, die Häfen sind teils versandet, teils ohne Schutz vor dem Winde. Dennoch bot die Küste dem Handel zu allen Zeiten wichtige Punkte dar. Das Land trägt, mit Auswildre weniger Tiefebenen, den Charakter eines wildzerklufteten Berglandes, das sich als ein Terrassenland an den schneebedeckten Grenzwall der Ostpyrenäen legt. Diese erheben sich an der Grenze egen Frankreich, meist sogar jenseit derselben, entsenden aber mehrere bedeutende Verzweigungen nach C. hinein. Südlich vom 1577 m hohen Col de la Perche zweigt sich die Sierra del Cadi ab, den obern mn hoch Segre links begleitend; — 7 über 2500 m hoch, nimmt sie schnell an Höhe ab. Ein ähnlicher Seitenast erstreckt sich von den Ostpyrenäen Laresa z den obern Segre und die Nouera Pallaresa hinein, während westlich von der etztern die gewaltigen Massen des Maladettagebirges aufsteigen, mit dem 3306 m hohen Pic d Anethou auf der Grenze von C., das Thal von Aran vom übrigen C. abj ließend. Der Küste im allgemeinen parallel verläuft vom Ebro bis zum Ter ein Gebirgssystem, welches durch das Durchbruchsthal des Llobregat in zwei besondere sh gedunch se wird und von den Ostpyrenäen sich schon urch seine Beschaffenheit unterscheidet. Sein östl. Teil gipfelt in der Sierra de Monseny (1700 m), zum westlichen gehört der Montserrat und nahe am Ebro der Mont-Sant (1070 m). Dieses Gebirge erfüllt fast die ganze Breite zwischen dem Meer und dem Segre. Die kleinen Ebenen Cos sind an der Küste das Ampurdän, die Ebene von Barcelona, das Campo de Tarragona und im Innern die Vegeria de Vich, Vegeria de Manresa, die Llanada de Urgel, das Fontanat am untern Segre und die Huertas von Tortosa am untern Ebro. Das Klima ist trotz häufigen Nebels und Regens, schnellen Temperaturwechsels und oft brennender Tageshitze gesund und der Vegetation günstig. Noch a veist die Zwergpalme an der Küste, bei Barcelona reift die Orange im Freien und der Montserrat trägt Olbäume. Bis Mataro hin werden die Felder mit Aloêhecken eingezäunt. Die Korkeiche ist der ge90 ½ Baum der dichten Bergwälder. Wo diese aufhören, treten dichte urate. Bu auf von Stechapfel, Lorbeer, Myrte, Granate, Buchsbaum, Rosmarin, Esparto und Erica. Das nördl. Obercatalonien ist zwar rauher, überall aber bedecken die Berghänge üppige Wein⸗ und Olivengärten, die Thäler fette Weizenfelder und die Ebenen Reis- und Maisfluren. Wiesen und Weiden sind seltener. Die wichtigsten Produkte der Landwirtschaft sind Weizen, Ol, Wein, Wal⸗ und Haselnüsse, Hanf, Gemüse und Gartenfrüchte. Weniger bedeutend ist der Ertrag an Mais, Gerste, Roggen, Obst, Südfrüchten, Reis und Flachs. Die Rindviehzucht ist gering und meist auf die Pyrenäengegenden verwiesen. Pferde und Esel werden weniger gezogen, dagegen Schafe, Ziegen und Schweine in größerer Menge. Die Seidenraupe wird ohne sonderliche Mühe gepflegt, ebenso die Biene. Die Fischerei ist besonders an der Küste ar veäucht der Wildstand groß. Der Bergbau liegt verna wesel diele Mar-Eisen, Steinsalz, Steinkohlen, Schwefel, viele Marmorarten und mehrere edle Steine vorhanden sind. Die natürlichen Hilfsquellen begünstigen im Verein mit großem Wasserreichtum, großartigen Bewässerungsanstalten, den vielen Häfen und Ankerißt, sind unter K aufzusuchen. 5 * plätzen der Küste sowie den Eilor dre Eisenbahnen, deren Centrum Barcelona bildet, die Entwickelung der Industrie und des Handels in hat di Grade. In keinem andern Teile Spaniens hat die Industrie einen solchen Aufschwung genommen und einen solchen Wohlstand verbreitet wie in C. Ebenso blüht der Handel C.s. Die Catalonier (Catalanes) sind nüchterne, mit Scharfsinn, körperlicher und geistiger Gewandtheit begabte Leute, dazu von rastloser Thätigkeit und unermüdlicher Ausdauer, auch von edelm Nationalstolz und Freiheitssinn beseelt. Sie unterscheiden sich von allen Spaniern durch ihre Auswande-Für die Bildung und die Erziehung des Volks ist schon seit längerer Zeit gut gesorgt. Dennoch sprechen auch die gebildeten Stände unter sich nur die catalon. Sprache, nicht das Castilianische, und zwar aus Abneigung gegen die Castilianer. Übrigens ist das Catalanische (el catalan) noch jetzt Schriftsprache und hat eine nicht unbedeutende Litteratur. Es ist nahe verwandt mit der provengal. Sprache, klingt aber rauh und unharmonisch. C. war eine der ersten, aber auch eine der letzten röm. Provinzen (bis 460), als nordöstl. Teil von Hispania Tarraconensis. Infolge der Völkerwanderung wurde es von den Alanen besetzt, denen die Westgoten folgten, daher der Name C., d. h. Gotalanien. Im 8. Jahrh. erhielt es in seinem südl. Teile arab. Herren. Als Karl d. Gr. Spanien 778 bis zum Ebro unterwarf, bildete C. den Hauptkern der span. Mark, welche von Barcelona aus durch fränk. Grafen regiert wurde, die sich bald unabhängig vom Frankenreiche machten. Graf Raymund Deren. gar IV. erwarb 1137 durch Heirat Aragonien und dieshs Wi das Fürstentum C. damit; doch wurde dieses Bündnis öfter unterbrochen. Mit dem J. 1469 ward durch die Heirat Ferdinands von Aragonien und Isabellas von Castilien C. ein integrierender Teil der span. Monarchie, behielt jedo seine sehr freisinnige Verfassung, die es erst dur Philipp V. nach dem Spanischen Erbfolgekriege verlor. Seitdem beseelt den Catalonier ein nationaler Haß gegen alles Fremde und namentlich gegen die Bourbonendynastie, und an Aufständen hat es daher bis in die neueste Zeit nicht gefehlt. Oatalpa Juss. (Catalpabaum, Catalpa), Pflanzengattung aus der Familie der Bignoniaceen. Man kennt gegen sechs Arten, die in China, Japan, Nordamerika und Westindien vorkommen; es sind Bäume oder Sträucher mit breit herz⸗ oder eiförmigen Blättern und zwitterigen Blüten, die aus einem zweispaltigen Kelch, einer zweilippigen Blumenkrone, fünf Staubgefäßen, von denen aber nur zwei fruchtbar sind, und einem Fruchtknoten bestehen. Am bekanntesten ist von ihnen die fliederblätterige C. syringaefolia Sems. Diese bildet einen schönen Baum von 6—16 m Höhe, mit großen, herzförmigen Blättern und endständigen Blütenrispen, welche schöne, 25 em lange, bauchig-glockige, weiße und innen purpurn und gelblich gefleckte und gestreifte Blumen tragen, aus denen 40—50 em lange, fingerdicke, stabförmige Kapseln hervorgehen. Die Wurzel soll giftig sein. Ursprünglich ist dieser Baum in den südlichern Staaten Nordamerikas und in Japan einheimisch; er wird aber im südl. und auch im mittlern Europa häufig zur Zierde angepflanzt und bei uns oft, jedoch mit Unrecht, Trompetenbaum genannt, indem dies vielmehr der Name einer in Westindien und Südamerika einheimischen, gänzlich verschiedenen Pflanzengattung, Cecropia (s. d.), ist. Von einer andern Art C. longissima, die in Westindien einheimisch ist, wird die Rinde zum Gerben verwendet, unter dem Namen Rinde der Antilleneiche.