Decamps (Alexandre Gabriel), franz. Maler, geb. 3. März 1803 zu Paris, Schüler des Alademikers Abel de Pujol, brach sehr bald mit den klassischen Schulprinzipien von Stil und Nachahmung der Antike und bildete sich durch Studien nach der Natur. Er begleitete 1827 der Marinemaler Garneray nach Griechenland und besuchte Konstantinopel und einen Teil der Küste von Kleinasien. Hier sammelte er Studien und Stizzen zu Bildern, von welchen namentlich: Die Scharwache in Smyrna (1831, in der Sammlune des Lord Hertford zu Paris) durch die Neuheit des Inhalts und Vortrags ungemeines Aufsehen er regte. Andere treffliche Bilder waren: Die mi einer Schildkröte spielenden Kinder, die Hinrichtung, das türk. Kaffeehaus. Auch malte er Hundekomödien, und von allen Werken des gefeierten Künstlers erlangten vielleicht keine einen so hohen Grad der Popularität als seine travestierten Affenstücke, in welchen die menschliche Physiognomie auf die feinste und ergötzlichste Art persifliert ist. Dauernde Vorliebe aber hegte D. für modernorient. Gegenstände, wo pittoreske Gebäude, prächtige Gerätschaften, farbenglühende Teppiche, auch. geschmückte Figuren sein auf energische Beleuch tung und brillante Tonfülle gerichtetes Streben begünstigten. Selbst alte biblische Historien, die seinen Pinsel beschäftigten, verlegte D. in diese ihm geläufige orient. Welt der Gegenwart. D. starb 22. Aug. 1860 zu Fontainebleau bei einer Jagd infolge eines Sturzes vom Pferde. Ganz besonders anziehend sind seine Bilder durch eine bedeutende Kraft, Frische und Helligkeit im Wiedergeben der Wirkungen des Sonnenlichts, worin ihm keiner —55 ner zahlreichen Nachahmer gleichkommt. D. hat selbst einige von seinen Kompositionen radiert und nach seinen Gemälden und Zeichnungen sind viele Litho-Noreau und Kupferstiche verfertigt worden. Vgl. Moreau, D. et son œuvrey (Par. 1869).