Couder (Louis Charles Auguste), hervorragender franz. Maler, geb. 1. April 1790 in Paris, zeigt nrend seiner langen Wirksamkeit ein stetes Schwanken der künstlerischen Prinzipien ohne endgültige entscheidende Wendung. Als ein Schüler Davids, wuchs C. in dem Geiste des klassischen Stilprinzips dieses energischen Meisters heran, schien jedoch bereits mit seinem Erstlingswerke: Der Levit von Ephraim, gewisse reformatorische Tendenzen zu verraten. Mit seinen nächsten Leistungen: Cäsar an den Iden des März, Schlacht bei Marathon, fiel er aber wieder gänzlich in die Manier der akademischen Malweise zurück. Es trat ein Stillstand in seiner Entwickelung ein, obwohl C. in dieser Zeit, den zwanziger Jahren, reichlich beschäftigt war und besonders Deckengemälde im Louvre, in der Madeleinekirche u. s. w. vollendete. Seltsamerweise schien er sich hierauf sogar dem Prärafaelitentum der gleichzeitigen deutschen Kunst zuzuneigen, wozu eine Reise nach München die Veranlassung bot. Immer leidet C. in seinen Kompositionen an einer gewissen Monotonie, welche allerdings zuweilen durch koloristische Vorzüge und verständnisvolle Auffassung der Typen auf ehoben erscheint. Der Künstler gelangte in dieser Zeit erst zum Besitze seiner vollen Kraft, als er 1836 —40 die Galerie in Versailles mit einer Anzahl Darstellungen aus der Geschichte Frankreichs ausschmückte, unter denen die Eröffnung der Reichsstände 1789 den ersten Rang einnimmt. C. starb in Paris 23. Juli 1873.