Cearä oder Ciarä, Provinz Brasiliens, an dessen nordöstl. Küste, zählt auf 104 250 dKm (1872) 721686 E. (689 773 Freie und 31913 Sklaven). Sie zerfällt in drei natürliche Abteilungen; den Küselleuwe (Beira mar), flach und meist sandig, nur tellenweise fruchtbar und bewaldet; die bergige Reion (Montuoso), die Abhänge des innern Gebirges, 0 fruchtbar und gut bewaldet, namentlich fr den nbau des Kaffees geeignet, und das innere Hochland (Sertäo), in der trockenen Jahreszeit ganz Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IV. wasserlos, aber für Viehzucht nicht ungeeignet. Den Kern des Gebirgssystems bilden auf der Westgrenze die Serra Grande, die Serrania und die Serra Araripe, von welchen sich andere bis 1000 m hohe üge, wie die Serra Boticario und Serra do Maado, ins Innere der Provinz Dregeimadi⸗ Das Klima ist sehr heiß, aber durch regelmäßige Seewinde gemildert und oft herrschen Regenmangel und Dürren (Seccas). Außer dem 600 Em langen Jaguaribe sind nur noch Küstenflüsse vorhanden. In mineralischer Beziehung ist C. nicht so gesegnet wie andere Provinzen Brasiliens. Ackerbau wird in den durch die Flußüberschwemmungen bisweilen sehr befruchteten Campos getrieben. Der Mais gedeiht vortrefflich, ebenso Reis, Bohnen, Ananas und andere Rwofl⸗ für den Export baut man namentlich Baumwolle, Zuckerrohr und Kaffee; in größten Massen wächst die vielgenossene Wassermelone (Melancia). Von dem prachtvollen brasil. Baumwuchs besitzt C. nur einige wenige Palmengattungen, darunter die nützliche Carnahubapalme (Copernicia cerifera) in dichten Waldungen. Neben dem Ackerbau wird besonders in den Campos Rindvieh-⸗, Zieen⸗ und Schafzucht betrieben, und man führt a und Häute aus. Die Einwohner sind wenig iltiviert, nicht ein Siebzigstel der freien Bewohner besucht die 251 Schulen. In der Provinz gibt es 7 Lateinschulen. Die einheimischen Indianerstämme sind Christen und gesittet. Die Hauptstadt Nova Braganga deCegrä, eigentlich t, uudofiig de Ceara, die älteste Stadt der Provinz, südöstlich von der Mündung des Flüß-Buch C., liegt in sandiger Ebene an einer offenen ucht westlich von dem Vorgebirge Mocuripe, nach welchem dieselbe als Porto de Mocuripe bezeichnet wird. Der Hafen versandet immer mehr und ist nur eine offene Reede, die durch ein Korallenriff gedeckt wird. C., 1611 gegründet, ganz regelmäßig Rordot ünte Bran ein Centralhandelsplatz für die ordostküste Brasiliens zu werden, namentlich wenn die Baturité-Eisenbahn vollendet sein wird, von welcher 1874 die erste Sektion eröffnet wurde. Ausfuhrartikel sind Baumwolle (1874 85500 Ballen), Zucker (32300 Säcke), Kaffee (31800 Säcke), Kautschuk 2250 Ballen und 88009 Stück Häute. Die Stadt zählt 18000 E., Bischofssitz und gewährt vom Meere aus einen sehr hübschen Anblick. Ihren Mittelpunkt bildet ein stattliches Fort. Es fallen hier jährlich 1538 mm Regen.