Centrifugen sind Maschinen, bei welchen durch die Wirkung der Centrifugal⸗ oder Fliehkraft die Entwässerung, resp. Trocknung verschiedenartiger Stoffe oder die Absonderung fester Körper von Flüssigkeiten erreicht wird und die für diese Zwecke in verschtedenen Industrien, besonders zum Trocknen der Garne und Gewebe in Wasch⸗, Appretur- und Bleichanstalten, zum Entwässern des Holzstoffs in der Papierfabrikation, zum Ausschleudern des Sirups in der Zuckerfabrikation, zum Entwässern der Stärkemasse in der Stärkefabrikation, ausgedehnte Verwendung finden. Die wirksamen Teile der C. bestehen in sehr schnell rotierenden Gefäßen mit durchlochten Wandungen, den sog. Centrifugenkörben, in welche die zu entwäsernden Stoffe gebracht werden, worauf durch die rasche Drehung das Wasser durch die Löcher der Wandungen ausgeschleudert wird, während die festen Körper in den Gefäßen zurückgehalten werden. Der Antrieb der C. erfolgt durch Stirnräder oder konische Räder, durch Riemenbetrieb oder durch Friktionsscheiben, welche ihrerseits gleichfalls mittels Riemen in Bewegung gesetzt werden. Man nißt, sind unter K aufzusuchen. ilt die C. in solche mit horizontaler und solche mit ertikaler Achse. Die erstern sind weniger brauchar, weil bei dieser Anordnung die zu entwässernde Masse sich nicht gleichmäßig an die Wandungen degelochten Cylinders (Korbes) anlegt, was eine un leichmäßige Trocknung sowie Unregelmäßigkeiten im Betrieb zur Folge hat. Die am meisten angewendeten C. mit vertikaler rlcße zerfallen in solche, bei denen der Antrieb oberhalb des Korbes, solche, bei denen derselbe unterhalb des Korbes liegt, und solche mit kontinuierlichem Betrieb. Eine Maschine der ersten Gattung ist in vorstehender Fig. 1 abgebildet. Auf der vertikalen Achse a ist der aus durchlochtem! Kupferblech hergestellte Korb b befestigt, der von einem gußeisernen Gehäuse c umschlossen ist, durch welches die ausgeschleuderte Flüssigkeit zusammengehalten wird, um dann durch den Ausguß d abzufließen. Der Antrieb erfolgt hier, wie ersichtlich, durch konische Friktionsscheiben, welche durch eine. kleine, an dem rotierenden Lrahmg befestigte Dampfmaschine in Umdrehung versetzt werden. Die Achse der C. geht im soß⸗ „ lager au Geichmähige wodurch ein stoß: „ freier und gleichmäßiger Gang erzielt wird. 4 Eine C. mit Antrieb unterhalb des Korbes 9„ ist in Fig. 2 und 3 dargestellt. Diese An⸗ 3 ordnung zeichnet sich vor der erstgenannten dadurch aus, daß die Korbachse bedeutend kürzer sein kann, was größere Stabilität und gleichmäßigern Gang der Maschine zur olge hat. Die Korbachse Cist im Halsager durch sechs Gummipuffer a gehalten, wodurch Klemmungen im Lager vermieden werden; sie läuft au einem stählernen Spurzapfen und trägt an ihrem untern Ende die Rieme scheibe B, die mittels eines geschränkten Riemens v der Riemenscheibe Aaus angetrieben wird. Letzte ist unten mit einem denelet versehen, um welchen sich die beiden Bremshebel dlegen, die mit ihren Bremsbacken e mittels des Handhebels ofest gegen die Bremsscheibe zu pressen sind. Der Korb D ist je nach der Art der centrifugierenden Masse aus Stahl-oder Kupferblech hergestellt. Da die in einem Abstand von 20 mm angebrachten 5—6 mm großen Löcher der Korbwandung für viele Stoffe zu groß sind, legt man in diesem Fall an die innere Peripherie der Trommel ein aus zwei Hälften bestehendes entsprechend feines Metallsieb, das, wenn es nicht allein genügt, mit einem Filtertuch Überspannt wird. Die in Fig. 2 und 3 dargestellte C. macht etwa 1200 Umdrehungen pro Minute und bearbeitet in 5—6 Minuten 100 kg. Bei den C. mit kontinuierlichem Betrieb erfolgt das Entleeren der ausgeschleuderten Körper selbstthätig durch einen Mechanismus, sodaß der Betrieb nicht unterbrochen zu werden braucht. Diese C., deren es eine ganze Reihe verschiedener Konstruktionen gibt, finden hauptsächlich in den Zuckerfabriken Verwendung.