FeedDeckflüssigkeit
TechnikBrockhaus 1882

Deckflüssigkeit in kleinen Anteilen gegossen wird. Letztere verdrängt die anhaftende Mutterlauge und läßt die Krystalle gereinigt zurück. Die Deckflüssigkeit ist entweder eine gesättigte Lösung der Krystalle oder reines Wasser. In vielen Fällen kann es zweckmäßig sein, zur ersten Decke eine Lauge des zu deckenden Materials, welche selbst nicht vollkommen rein, aber jedenfalls reiner als die zu deckenden Krystalle ist, um dann nach und nach mit immer reiner werdenden Flüssigkeiten vorzugehen. Das D. wird sehr beschleunigt, wenn der Apparat in seinem untern Teile mit einem luftleeren Raume in Verbindung gesetzt wird. Im größten Maßstabe wird das D. angewandt bei der Fabrikation des Salpeters, des Chlorkaliums, der Ammoniaksoda und des Zuckers. Bei letzterer handelt es sich darum, die aus der Füllmasse abgeschiedenen Krystalle des Zuckers vom Sirup zu befreien und sie damit zur Verwendung als Konsumzucker geeignet zu machen. Dies geschieht gegenwärtig allgemein mit Hilfe der Centrifugalmaschine, einer in sehr raschen Umlauf versetzten Siebtrommel, in welcher die eingemaischte Füllmasse durch die Wirkung der Centrifugalkraft rasch den grünen Sirup abgibt, während die Krystalle von dem Siebe der Trommel zurückgehalten werden. Als Deckflüssigkeit bedient man 19 entweder des Deckklärsels, d.i. einer filtrierten Lösung von reinem Zucker, welche man in kleinen Anteilen so lange in die im Umlauf befindliche Trommel gießt, bis der ablaufende Sirup gleiche Reinheit wie das Klärsel bero oder man wählt vollständig entwässerten Wasserdampf, den man in die Trommel einströmen läßt. Der Dampf wird durch die Centrifugalkraft gegen die Krystallschicht geschleudert, hier zu Wassertröpfchen verdichtet, und diese bewirken alsdann die Verflüssigung und Verdrängung des Sirups, sodaß nach kurzer Zeit reiner Zucker in der Trommel zurückbleibt. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 936Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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